Premiere am Samstag im Theater am Domhof Regisseur Guillermo Amaya über das Musical „Jekyll & Hyde“

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Regisseur Guillermo Amaya inszeniert das Musical „Jekyll & Hyde“. Foto: Egmont SeilerRegisseur Guillermo Amaya inszeniert das Musical „Jekyll & Hyde“. Foto: Egmont Seiler

Osnabrück. Regisseur Guillermo Amaya probt am Theater am Domhof Frank Wildhorns Musical „Jekyll & Hyde“ nach Robert Louis Stevenson, das am Samstag um 19.30 Uhr Premiere feiert.

Fast im Sekundentakt muss Jan Friedrich Eggers zwischen Dr. Jekyll und Mr. Hyde hin- und herschalten. Als Hyde nimmt er eine besondere Pose ein, in der der linke Arm seltsam verkrampft aussieht.

In diesen Arm hat sich Jekyll zuvor eine Spritze gegeben und damit die Spaltung seiner Persönlichkeit erst ausgelöst. Unterstützt wird der Wechsel zwischen den beiden künstlich gespaltenen Charakteren außerdem durch unterschiedliche Beleuchtungen. Hier, so Regisseur Guillermo Amaya nach der Probe am Dienstag, sei bis zur Premiere noch besonders viel zu tun.

Das Osnabrücker Publikum kennt Guillermo Amayas Arbeit bereits aus Donizettis komischer Oper „Der Liebestrank“.

Zwischendurch war der Regisseur etwa in Hildesheim mit Beethovens „Fidelio“, nun also ein Musical nach literarischer Vorlage. Drei sehr unterschiedliche Stücke also, doch die Arbeitsweise ist für Guillermo Amaya dennoch vergleichbar. „Viel entscheidender ist: Ich arbeite mit Menschen und muss immer darauf achten, wie ich mit meiner Besetzung das beste Ergebnis erzielen kann.“

Die Bühne ist in seiner Inszenierung, man sieht es schon nach wenigen Minuten Probe, stark geprägt von historischen Kulissen und Kostümen, und Guillermo Amaya bestätigt das: „Wir sind in einer bestimmten Epoche, den 20er- oder 30er- Jahren des 19. Jahrhunderts. Dort versuchen wir einfach, die Geschichte zu erzählen.“

Die, so erklärt der Regisseur weiter, sei allerdings im Musical etwas anders als in Robert Louis Stevensons literarischer Vorlage. „Stevenson ist sehr psychologisch, im Musical geht es auch viel um die Liebe. Das finden wir im Roman nicht.“ So gibt es im Musical zwei neue, zentrale Frauenrollen. Stevensons Stoff wurde schon oft bearbeitet , es gibt zum Beispiel viele Verfilmungen. „Ich könnte mir gut vorstellen“, so Regisseur Guillermo Amaya, „dass diese Frauen vielleicht schon in einer Verfilmung auftreten, nicht erst im Musical. Ich will nicht sagen, dass der Roman für die Bühne zu dünn ist, aber man braucht eben noch andere Dinge – ein bisschen Liebe.“

In den Filmen allerdings werde Hyde gerne als Monster dargestellt. Das Musical wählt einen anderen Ansatz, der Guillermo Amaya gut gefällt. „Was würde ich tun, wenn ich nicht eine gesellschaftliche Fassade hätte? Hyde bringt nicht sofort jemanden um, sondern er geht erst mal zur Prostituierten Lucy. Jekyll als Gentleman konnte das nicht machen, er hat eine Verlobte und muss gute Manieren zeigen. Aber Hyde nicht, er kann trinken, kann Drogen nehmen, kann ficken. Er ist kein Monster, aber er macht einfach, was in unserer Gesellschaft verboten ist. Wir verhalten uns ja nicht immer so, wie wir wirklich denken. Das Stück spielt also mit der Fassade, mit der Doppelmoral, und das interessiert mich sehr.“

Theater am Domhof:Samstag, 14. März, 19.30 Uhr. Kartentel.: 0541/76 000 76.

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