Mülltonne für Recycling-Projekt Grünes Monster frisst Plastiktüten in Osnabrück

Von Matthias Liedtke

Entschlossen in die Tonne gekloppt: Ursulaschüler wollen mit ihrer Plastiktüten fressenden Monster-Mülltonne ein weiteres Zeichen setzen. Foto: David EbenerEntschlossen in die Tonne gekloppt: Ursulaschüler wollen mit ihrer Plastiktüten fressenden Monster-Mülltonne ein weiteres Zeichen setzen. Foto: David Ebener

Osnabrück. Plastiktüten hat die grüne Mülltonne mit dem Monstergesicht buchstäblich zum Fressen gern, die seit Freitag an der Kasse von Jonathans & Annas Laden in der Johannisstraße steht. Die Aktion ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zu dem von der Ursulaschule ausgegebenen Ziel, aus Osnabrück bis Ende 2017 eine plastiktütenfreie Stadt mit Vorbildcharakter zu machen.

Wer dieses Vorhaben nachhaltig unterstützen möchte, hat jetzt die Möglichkeit, durch bewusstes Wegwerfen dazu beizutragen. Denn aus jeweils 20 Plastiktüten, die in der großen Klappe des gefräßigen Monsters verschwinden, soll eine neue, hochwertigere Tragetasche entstehen, die nicht reißt und somit eine wesentlich höhere Lebensdauer hat.

„Wir wollen damit nicht nur auf die Umweltschädlichkeit von Plastiktüten hinweisen, sondern auch eine Alternative anbieten“, betont Gymnasiast Florian Hehmann stellvertretend für alle Klimabotschafter der Ursulaschule, die seit vier Jahren unter dem Dach von „Youthinkgreen“ verschiedene Umweltprojekte anschieben. Parallel zur Plastiktüten-Sammelaktion, für die im Oktober 2014 während der Jugendkulturtage der Startschuss fiel und der sich bereits mehrere Schulen anschlossen, haben die Ursulaschüler ein Gütesiegel entworfen. Es soll jene Geschäfte auszeichnen, die bereits heute auf Plastiktüten verzichten. Die Auszeichnung „Plastiktütenfreies Geschäft“ soll dabei nicht nur Osnabrücker Händler zum Umdenken bewegen, sondern auch eine Vorbildfunktion für andere Städte und Gemeinden entwickeln.

Denkanstoß

Auch in der großen Politik gibt es aktuell Überlegungen, Plastiktüten zu verbannen. Doch besser als ein Gesetz ist es nach Ansicht von Lehrer und Klimabotschafter-Betreuer Tobias Romberg, die Menschen schon jetzt mit guten Argumenten davon zu überzeugen, freiwillig keine Plastiktüten zu verwenden oder sie eben nachhaltig zu verwerten. Die selbst gestaltete Recycling-Tonne, der zehn weitere folgen sollen, liefert dafür nicht nur einen Denkanstoß. Sondern auch eine konkrete Anlaufstelle, um daheim angehäufte Kunststoffbeutel so zu entsorgen, dass etwas gutes Neues daraus entstehen kann.