Zeichen für Solidarität und Menschenrechte Tibets Flagge flattert vor dem Osnabrücker Rathaus


Osnabrück. Seit Dienstag, 13 Uhr, weht die tibetische Fahne vor dem Osnabrücker Rathaus. Unter dem Motto „Flagge zeigen“ hisste Oberbürgermeister Wolfgang Griesert sie als Zeichen der Solidarität: Einen Aufstand der Tibeter hatten die chinesischen Besatzer 1959 blutig niedergeschlagen.

Der Dalai Lama, das Oberhaupt der Tibeter, und viele weitere Menschen waren damals geflohen. Bis heute dauert die Besatzung an.

Drei Gründe nennt Doris Scholle von der Tibet-Initiative Osnabrück für die Besetzung des Landes im Himalaja durch die Chinesen: Bodenschätze, Energiegewinnung und Strategie. „Das Land war ein Puffer zwischen China und Indien“, sagt Scholle, die Tibet bereist hat und sich für das Land seit Anfang der Neunzigerjahre engagiert. Anlass war für sie die Verleihung des Friedensnobelpreises an den Dalai Lama 1989.

Der ist bis heute nicht in seine Heimat zurückgekehrt. Auch dafür soll die Flagge ein Zeichen setzen, die auf Anregung der Tibet-Initiative seit 20 Jahren bundesweit am 10. März – dem Tag des Aufstandes – gehisst wird. „Inzwischen machen 1000 Städte und Gemeinden mit“, sagt Scholle, die sich darüber freut, dass erstmals der Osnabrücker Oberbürgermeister die Flagge den Mast hinaufgezogen hat.

Bis Mittwoch solle sie dort als Zeichen der Solidarität und für die Menschenrechte flattern, sagt Griesert. Auf die Frage, ob es negative Rückmeldungen von chinesischer Seite gegeben habe, sagt er lächelnd: „Es gab keine, aber die würden wir aushalten.“ Wissenschaftler von Hochschule und Universität Osnabrück, die beide gute Beziehungen nach China pflegen, vermochten sich auf Anfrage unserer Redaktion nicht zu dem Thema zu äußern.

Die Tibet-Initiative wünscht sich einen Dialog. „Wir haben versucht anzuregen, dass es ein Friedensgespräch mit tibetischen und chinesischen Teilnehmern gibt“, sagt Doris Scholle. Der Vorschlag sei vor einigen Wochen vom Büro des Oberbürgermeisters übermittelt worden, antwortet Henning Buck, Leiter der Friedensgespräche, auf Anfrage unserer Redaktion. Die Anregung könne „frühestens 2016 beziehungsweise 2017 im Programm der Friedensgespräche Berücksichtigung finden, wenn der Wissenschaftliche Rat es beschließen sollte und sich Möglichkeiten zur Realisierung der Idee absehen lassen.“ In diesem Fall würden sich die Friedensgespräche gern mit der Tibet-Initiative in Verbindung setzen.


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