Pferde, Tannenbäume und ein Buch Jugendförderpreis des Jugendrings Osnabrücker Land vergeben

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Osnabrück. Der Jugendförderpreis des Jugendringes Osnabrücker Land wurde am Freitagabend zum siebten Mal im Kreishaus in Osnabrück vergeben.

Im großen Sitzungssaal stellten zummeist junge Ehrenamtliche, ihre insgesamt 26 Projekte vor, die im Vorfeld nominiert worden waren. Dafür genügte eine entsprechende Postkarte, die jedermann dem Jugendring schicken konnte.

Die vorgestellten Projekte waren ebenso unterschiedliche wie die nominierten Akteure. Auf der Bühne standen Mitglieder von Sportvereinen, Kirchengemeinden und Freiwilligen Feuerwehren ebenso, wie Besucher von Jugendtreffs, Vertreter der DLRG oder die Organisatoren eines deutsch-polnischen Jugendaustausch. Auffällig dabei: Besonders oft ging es in den Projekten entweder um die Finanzierung von Zeltlagern sowie anderen Jugendreisen oder um solche Freizeitangebote selbst.

Sport, Spaß und Pferde

Den mit 1500 Euro dotierten ersten Preis erhielten Tanja Evers und das Team des „Voltilagers“. Sport, Spaß und Pferde – darum geht es beim Voltigierwochenende, das Voltigierausbilderin Evers jedes Jahr für die Reitervereine Schwagstorf, Eggermühlen und Ankum organisiert. An der 24-Stunden-Aktion nehmen dreijährige Mädchen ebenso teil wie 20-jährige, junge Erwachsene und Kinder mit einer Behinderung. Alle schlafen in Feldbetten in der Scheune, sie trainieren und basteln, machen eine Nachtwanderung und eine Spieleolympiade mit – und fahren am nächsten Tag meist glücklich und hundemüde nach Hause.

Evers, die mit ihrer Co-Trainerin Mareen Kemper zur Preisverleihung gekommen war, hatte überhaupt nicht mit einer Auszeichnung gerechnet. „Wir haben uns auch noch gar keine Gedanken gemacht, was wir mit dem Geld machen wollen“, berichtete Evers. Gerade sei den beiden jedoch spontan die Idee gekommen, ein „Airhorse“, sprich Luftpferd, zum Trainieren anzuschaffen. „Dann müssten wir unsere Holztrainingspferde nicht immer in die Schule transportieren“, so die Erstplatzierten.

Zweiter Platz für katholische Jugend

Über 1000 Euro und den zweiten Platz freute sich die katholische Jugend Borgloh, deren Tannenbaum-Abhol-Aktion ausgezeichnet wurde. Das besondere dabei: Die Jugendlichen spenden das gesammelte Geld dem indisch-katholischen Orden der „Helpers of Mary“, der in den Elendsvierteln in Indien, Äthiopien und Kenia Waisenhäuser und Leprakolonien unterhält. Außerdem werden die rund 160 eingesammelten Bäume beim Osterfeuer der Landjugend verfeuert. „So fallen auch keine Entsorgungskosten an“, erklärte Stephan Brockmeyer, der gemeinsam mit Mattes Schweer und Matthias Grewe für die jungen Borgloher Katholiken den Preis in Empfang nahm. Und Grewe betonte: „Dass wir den Preis bekommen haben, ist der Hammer, aber viel wichtiger ist etwas anderes.“ Die drei kämen immer wieder gerne zur Verleihung des Jugendförderpreises, weil es so cool sei, sich dort mit anderen auszutauschen. „Man bekommt einfach total viel Input, und so ein Abend zeigt gerade den ganz jungen: Es lohnt sich, was zu machen“, so Grewe, während Brockmeyer feststellte: „Ich finde, es wird viel zu wenig Danke gesagt, beispielsweise von den Älteren. Das ist hier anders.“

Dritter Platz für Buchprojekt

Über den mit 700 Euro verbundenen dritten Platz konnte sich das Team des Buchprojektes „Angekommen – Buer und seine Gastarbeiter“ freuen. Vertreter und Schüler des Netzwerkes Jugendhaus Buer und der Oberschule Buer haben gemeinsam ein Buch erstellt, das ein „vielfältiges Bild des Abschiednehmens, des Aufbruchs, aber auch der Hoffnung, des Mutes, des Abenteuers, der Hürden, der Sehnsucht und Entbehrungen – und letztendlich auch viele Wege des Ankommens“ im Ort zeigt. Besonders beeindruckt hatte den Schüler Resul Azattermür bei der Arbeit am Buch: „Dass die Leute so offen waren.“ Und Anastasija Jovanovic fügte hinzu: „Die hatten wirklich Vertrauen.“ Selbst in private Fotoalben durften die Jugendlichen schauen. Mit dem Preisgeld möchte die Gruppe ein neues Projekt anstoßen.

Diese ersten drei Preise wurden von einer Jury vergeben, die aus Vertretern des Jugendringes, des „Büros für Selbsthilfe und Ehrenamt“, des Kreistages und des Sponsors und Energieversorgungskonzerns RWE bestand. Darüber hinaus konnte jeder Nominierte und jede nominierte Gruppe selbst zwei Favoriten benennen. Einen der beiden Publikumspreise erhielten in diesem Jahr Saniye Bostan und Sümeyra Kilic aus Melle, die beide am niedersächsischen Mentorenprogramm „Politik braucht Frauen“ teilnehmen und sich darüber hinaus im Bereich der muslimischen Jugendarbeit engagieren.

Der zweite Preis ging an die katholische Jugend Gellenbeck, genauer gesagt deren mehrtägiges Projekt „Hüttendorf“. Dabei bauen Kinder zwischen sieben und dreizehn Jahren einmal im Jahr eigenhändig Holzhütten und übernachten zum krönenden Abschluss eine Nacht in ihren selbst gezimmerten Hütten.

Besonders beeindruckt zeigten sich ferner vor allem die älteren Besucher der Veranstaltung von drei Grundschülern: Janne-Malin Heile, Justus Wotte und Louis Hübener waren auf einer Hochzeit auf die Idee gekommen, aus Loombändern Armbänder zu knüpfen und diese zu verkaufen. Ihren Erlös in Höhe von 25 Euro spendeten sie „armen Kindern“, konkret Aidswaisen in Afrika. Auch wenn die drei keinen Preis erhielten, erklärten sie beim Nachhausegehen: „Wir machen auf alle Fälle weiter.“


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