JazzWeDo bringt Blue Notes in die Kapelle Singen mit Swing und Niveau

„Catch a Falling Star“: Kurt Dombek (rechts) probt engagiert, kennt aber die Sängerinnen und Sänger gut genug, um sie nicht zu überfordern.

            

              
              Foto: Swaantje Hehmann„Catch a Falling Star“: Kurt Dombek (rechts) probt engagiert, kennt aber die Sängerinnen und Sänger gut genug, um sie nicht zu überfordern. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Der Weg zum Chorglück ist verwinkelt, aber wenigstens gut ausgeschildert: JazzWeDo probt in der Kapelle des Bischof-Lilje-Altenzentrums. Und die 15 Sängerinnen und die beiden Sänger machen dort ausgesprochen frische, weltliche Musik.

Es swingt, und das ist bei einem Jazzensemble mindestens die halbe Miete. Nach wenigen Tönen hört man, dass die Sängerinnen und Sänger von JazzWeDo im besten Sinne routiniert sind, dass sie verinnerlicht haben, was es mit Synkopen und Blue Notes auf sich hat, und zwar so verinnerlicht, dass sie das auch wiedergeben können. An „Catch a Falling Star“ arbeitet der Chor heute, und, klar, es gibt noch eine Menge zu tun. Aber vieles funktioniert schon hervorragend. Dabei hat Kurt Dombek ein recht anspruchsvolles Arrangement ausgesucht.

Rechnet man den Vorgängerchor aus Ibbenbüren ein, besteht JazzWeDo seit fast 27 Jahren. Und obwohl der Chor seit Jahren in Osnabrück zu Hause ist, kommt ein Drittel der Sängerinnen und Sänger immer noch von da.

Seit 15 Jahren leitet Dombek die vokale Jazzcombo. Der Mittfünfziger ist ein Energiebündel und versteht es, die Sänger anzutreiben, weiß als Atem- und Sprechlehrer aber auch, wie er mit Stimmen umzugehen hat. Große Aufmerksamkeit schenkt er der Aufwärmphase: „Zurechtruckeln“ sollen sich die Sängerinnen und Sänger erst einmal, ein bisschen Sängergymnastik, ein paar „Hmmmms“ und summendes „Sssssss“, rhythmisch ausgestoßene Konsonanten; JazzWeDo macht sich locker. Dann folgt das, was auch der Laie unter „Einsingen“ versteht: Akkordbewegungen, die stufenweise nach oben und wieder nach unten verschoben werden. Dann schließlich: „Catch a Falling Star“.

Zum Chorleiter hat sich Dombek berufsbegleitend ausbilden lassen. Mit Erfolg: Er arbeitet akribisch, ohne seine Leute zu überfordern. JazzWeDo hat einen Anspruch, aber Singen soll ein Hobby bleiben. Wenn sich die Frauen vom ersten Sopran unterhalten, während er mit dem zweiten Alt arbeitet, stört sich Dombek nicht daran. Auf ein Zeichen sind sowieso alle beisammen. Komplexe Passagen probt er, bis wirklich alle die Phrase verstanden und den Tonartwechsel im Ohr haben. Dabei kaschiert JazzWeDo sehr geschickt das Manko, unter dem viele Laienchöre leiden: Auf 15 Frauen kommen an diesem Abend drei Männer. Wenn man Dombek mitzählt.

Dem Spaß tut das keinen Abbruch: Hier treffen sich aktive und pensionierte Lehrerinnen und Lehrer, ein IT-Berater singt allein die Tenorstimme, und ein Neuzugang ist auch hier, eine Logopädin, die aus dem Ausland nach Osnabrück zurückgekehrt ist und chorischen Anschluss sucht. Und sie alle verbindet ein Aspekt: Sie wollen singen, und zwar mit Swing und Niveau. JazzWeDo bietet von beidem reichlich.


Name: JazzWeDo

Chorleiter: Kurt Dombek

Proben: mittwochs, 19.30 Uhr-21 Uhr in der Kapelle des Bischof-Lilje-Altenzentrums, Rehmstraße 79-83

Organisation: Freier Zusammenschluss, kein Verein, kein Mitglied in einem Chorverband

Kosten: 18 Euro/monatl.; Ermäßigung möglich

Kontakt: Telefonnr. 0541/ 8141224, oder per Mail: kurt.dombek@web.de

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