Regionalentscheid in Lingen Junge Forscher aus Osnabrück beweisen Erfinderreichtum


Lingen/Osnabrück. Vom selbst entwickelten Akku über löschbare Farbtinte bis hin zum Dämmstoff aus Trocknerstaub: Die Bandbreite der Projekte, die Osnabrücker Schüler beim Regionalentscheid von „Jugend forscht“ diese Woche in Lingen zeigten, war beachtlich. Belohnt wurden die Teilnehmer der 50. Ausgabe des Wettbewerbs mit drei ersten Plätzen und vier Sonderpreisen.

Am Donnerstag präsentierten die Schüler ihre Forschungsergebnisse zunächst den 48 Juroren, die in Teams jedes Projekt eingehend begutachteten. Bei manchem Teilnehmer war deshalb die Anspannung groß. Sie sei nervös gewesen, erzählt Indra Thiemann. Die Schülerin der Ursulaschule hat eine spezielle Streu für Haustiere entwickelt, die unangenehme Gerüche neutralisiert. Allerdings sei die Aufregung nicht ganz so stark gewesen wie bei anderen Vorführungen. „Beim Geigenvorspiel ist es schlimmer“, gab die Zwölfjährige zu.

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Abgeklärter waren dagegen Jakob Renard, Fiete Breer und Julius Beckmann vom Schüler-Forschungszentrum Osnabrück. Sie haben zwar in diesem Jahr zum ersten Mal bei „Jugend forscht“ teilgenommen, aber schon bei anderen Wettbewerben viel Erfahrung gesammelt. „Wir sind recht entspannt. Übermorgen steht sowieso der nächste Wettbewerb an“, berichtete Julius Beckmann.

Mehr als 160 Schüler aus dem Landkreis Osnabrück, dem Emsland und der Grafschaft Bentheim haben in diesem Jahr am Lingener Regionalentscheid teilgenommen. Die Juroren mussten insgesamt 80 Projekte bewerten. Keine leichte Aufgabe für die Prüfer, die in Schule, Wissenschaft und Betrieben tätig sind. Vorab erhielten sie von jeder Projektgruppe eine schriftliche Ausarbeitung. Bei manchem Thema mussten sich die Juroren erst einmal in die Materie einarbeiten.

„Wir haben immer wieder Leuchtturmprojekte, die weit über den Schulstoff hinaus gehen. Er ist erstaunlich, welch fachlichen Kenntnisse die jungen Menschen haben“, lobte Wettbewerbsleiter Markus Vogel, der den Lingener Regionalentscheid organisiert. Neben den guten fachlichen Leistungen sei es schön zu sehen, mit wie viel Herzblut die Schüler an „Jugend forscht“ teilnähmen, so Vogel.

Diese Erfahrung teilen auch Uwe Fuellhaas (DBU Naturerbe) und Silvia Oevermann (Botanischer Garten Osnabrück). Sie engagieren sich seit mehreren Jahren als Juroren. Dieses Jahr begutachteten sie fünf Projekte im Fachbereich Biologie der Sparte „Schüler experimentieren“. „Man spürt die unverdorbene Begeisterung der Schüler. Viele Jungforscher sind mit viel Euphorie bei der Sache“, so Fuellhaas. Meist seien die Live-Präsentationen wesentlich überzeugender als die zuvor eingereichte Projektbeschreibung. Bewertet werden bei der Präsentation nicht nur der Vortrag und die optische Gestaltung des Standes, sondern vor allem, inwieweit sich ein Schüler in die Materie eingearbeitet hat.

Nach dem Rundgang der Juroren am Donnerstag konnten sich am Freitagmorgen auch interessierte Besucher über die diesjährigen Forschungsprojekte informieren. Am frühen Nachmittag stieg dann die Spannung bei den Teilnehmern. In den Fachbereichen Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Mathematik/Informatik, Physik, Technik sowie Geo- und Raumwissenschaften wurden die Gewinner bekannt gegeben. Die Erstplatzierten des Regionalentscheids werden im März in Clausthal-Zellerfeld und in Oldenburg im Landeswettbewerb gegeneinander antreten.

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Während des Festakts erinnerte Martin Gerenkamp, Erster Kreisrat des Landkreises Emsland, zunächst an die 50-jährige Geschichte von „Jugend forscht“. Im Dezember 1965 hatte der damalige Stern-Chefredakteur Henri Nannen den Wettbewerb ins Leben gerufen. „Ein Land, in dem die Naturwissenschaft nachhinkt, wird im Jahre 2000 ein Entwicklungsland sein“, zitierte der Kreisrat Nannen. Wie erfolgreich der Wettbewerb ist, belegte Gerenkamp auch an den Teilnehmerzahlen. 1965 hätten 250 Schüler an „Jugend forscht“ teilgenommen, im vergangenen Jahr seien es bundesweit mehr als 12000 gewesen.

Die Erfolgsbilanz von „Jugend forscht“ sei allerdings nicht ohne das Engagement der Betreuer möglich, die immer wieder Jungforscher ermutigen würden, am Wettbewerb teilzunehmen, betonte Vogel. Für seinen Einsatz wurde in diesem Jahr Kai Crystalla vom Osnabrücker Carolinum mit dem Sonderpreis für engagierte Betreuer ausgezeichnet.


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