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ADFC-Fahrradklima-Test 2014 Radfahrer in Osnabrück fühlen sich nicht sicher

Im bundesweiten Vergleich schnitt Osnabrück beim ADFC-Fahrradklima-Test 2014 nur mittelmäßig ab. Foto: Michael GründelIm bundesweiten Vergleich schnitt Osnabrück beim ADFC-Fahrradklima-Test 2014 nur mittelmäßig ab. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Radfahrer in Osnabrück fühlen sich unsicher. Das zeigt die aktuelle Befragung des Allgemeine Deutsche Fahrrad-Clubs. Noch vor zwei Jahren sah die Lage in der Stadt besser aus.

Rund 100000 Fahrradfahrer hat der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) zu der Mobilität von Radlern im Straßenverkehr befragt. Dabei schneidet Osnabrück nur mittelmäßig ab. In den Städten zwischen 100000 und 200000 Einwohnern landet die Hasestadt von 37 Städten im Bund auf Platz 23. Die 1026 Teilnehmer der Umfrage gaben ihrer Stadt die Note 3,93. So erreicht Osnabrück im Vergleich mit anderen niedersächsischen Städten ihrer Größenordnung auch nur den vierten Platz von vier Städten. Oldenburg (3,32), Göttingen (3,42) und Braunschweig (3,75) rangieren davor. Die Osnabrücker schätzen an ihrer Stadt, dass viele Menschen radfahren, die Werbung für das Fortbewegungsmittel Rad gefördert wird und es wenige Konflikte mit Fußgängern gibt. Auch die Wegweisung für Radfahrer, Abstellanlagen und die seltenen Fahrraddiebstähle sehen die Osnabrücker als Vorteil.

Mangelndes Sicherheitsgefühl in Osnabrück

Im Gegensatz dazu bemängeln sie vor allem Möglichkeiten zur Fahrradmitnahme im öffentlichen Nahverkehr, den Winterdienst auf Radwegen und fühlen sich auf den Straßen unsicher. Ein Blick auf die Zahlen gibt ihrem Gefühl Recht: Auf den Straßen in Stadt und Land Osnabrück starben im Jahr 2014 sieben Radfahrer. Drei der Radler verunglückten in der Stadt, vier im Landkreis. Zudem wurden in der Stadt 421 Radfahrer bei Unfällen verletzt, 361 im Landkreis, wie die Pressesprecherin der Polizei Osnabrück Anke Hamker mitteilte.

Radfahren oft mehr Stress als Spaß

Nach der Befragung ist für Osnabrücker das Radfahren oft mehr Stress als Spaß, darüber hinaus kritisieren sie die Breite der Radwege und die wenigen Kontrollen gegen Falschparker auf ihren Wegen. Ebenso fühlen sie sich als Verkehrsteilnehmer nicht ausreichend akzeptiert, auch Konflikte mit motorisierten Verkehrsteilnehmern seien nicht selten. Mit der neuen Studie zur Radfahrerfreundlichkeit fällt Osnabrück zurück. Denn 2012 erreichte die Hasestadt im Vergleich mit niedersächsischen Städten ihrer Größe noch Rang 2. Auch im deutschlandweiten Vergleich rangierte Osnabrück 2012 noch auf dem elften Platz.

Papenburg, Nordhorn und Bad Bentheim

Weitaus besser schnitten in Niedersachsen Nordhorn (2,6), Papenburg (2,8), Wennigsen (2,8) und Bad Bentheim (2,9) ab, während Hildesheim (4,3), Isernhagen (4,2) und Goslar (4,2) die Schlusslichter des Bundeslandes sind. Nordhorn (2,59) und Lingen (3,30) landeten im Ranking der Städte zwischen 50000 und 100000 Einwohnern gar auf den ersten beiden Plätzen. Auch Papenburg gelangte durch seine Bewertung auf Platz eins der Städte unter 50000 Einwohner. Leer (3,29) erreichte hier Platz vier, Aurich (3,38) landete auf Platz sieben, Emden (3,42) und Norden (3,49) stehen auf den Plätzen 10 und 12. So konnte beispielsweise Bad Bentheim sein Ergebnis im Vergleich zu 2012 um 0,9 Punkte verbessern. Auch Leer und Lingen haben in den vergangenen zwei Jahren minimal aufgeholt.

Dennoch schneidet Niedersachsen bundesweit nur mittelmäßig ab. Im Vergleich zu Münster, Karlsruhe und Freiburg besteht hier noch Nachholbedarf. Denn die Studentenstadt Münster bleibt weiter die Fahrradstadt Deutschlands. Erneut wird sie als fahrradfreundlichste Stadt bewertet und landet auf mit der Note 2,5 auf Platz eins vor Karlsruhe (3,21) und Freiburg (3,32). Direkt darauf folgt die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover, die sich mit der Note 3,4 zufriedengeben muss. Bremen behält hingegen die Note 3,51 und rückt damit im bundesweiten Vergleich von Platz sieben auf den fünften Rang vor.

Wie steht es um das Fahrradfahren in Ihrer Stadt? Eine interaktive Karte des ADFC zeigt, wo es sich gut und wo es sich schlecht fahren lässt.


Bereits zum sechsten Mal befragte der Allgemeinde Deutsche Fahrradclub (ADFC) 100000 Bürger zum Thema Fahrrad-Mobilität. Damit ist der Fahrradklima-Test laut ADFC die größte Befragung zum Radfahrerklima weltweit. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur fördert die Befragung innerhalb des Nationalen Radverkehrsplans. Insgesamt wurden 468 deutsche Städte bewertet und 27 Fragen rund ums Radfahren gestellt. Mit Schulnoten (1 bis 6) beurteilen die Bürger, wie sie das Fahrradfahren in ihrer Stadt oder Kommune erleben. Dabei waren nur 16 Prozent der Befragten Mitglieder des ADFC. Dieser ist mit 145000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung der Radfahrer weltweit.

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