Zahl der Hauptwohnsitze steigt Stadt Osnabrück knackt die 160.000-Einwohner-Marke

Von Sebastian Stricker


Osnabrück. In Osnabrück leben nach inoffizieller Zählung der Stadt wieder mehr als 160.000 Einwohner. Nach Informationen unserer Redaktion hatten am 1. Februar 2015 exakt 160.121 Bürger ihren Hauptwohnsitz hier gemeldet – 146 mehr als Ende 2014. „Jubiläumsbürger“ soll ein Mann sein, der sich in der Weststadt niederließ.

Wie aus dem Rathaus verlautet, plant Oberbürgermeister Wolfgang Griesert bereits ein Treffen mit jenem Zugezogenen, den das Einwohnermeldeamt im Januar als Urheber der runden Bevölkerungszahl ermittelt hat. Allerdings zögert Osnabrücks Bürger Nummer 160.000 offenbar noch, Bürger Nummer eins zu begegnen. Seine Antwort auf die Einladung des Stadtoberhaupts steht laut Presseamt aus.

Signal an Investoren

Gleichwohl lassen die Bemühungen der Verwaltungsspitze erkennen, wie wichtig ihr das städtische Wachstum ist. Schon als Stadtbaurat Frank Otte zu Monatsbeginn auf der Investorenkonferenz der Wirtschaftsförderung (WFO) erklärte, Osnabrück habe gerade die 160.000er-Marke überschritten, war das eine Botschaft mit Symbolkraft: Kommt und bleibt, um die prosperierende Stadt gemeinsam voranzubringen!, rief er den rund 100 Teilnehmern aus der Wirtschaft sinngemäß zu.

Oberbürgermeister Griesert stößt anlässlich dieses propagierten „Durchbruchs“ im Gespräch mit unserer Redaktion (siehe Interview) ins gleiche Horn: „In Osnabrück lässt es sich gut leben. Osnabrück ist eine Großstadt, die einen Modernisierungsschub erlebt. Osnabrück hat eine positive Perspektive.“

Seine Beurteilung deckt sich in weiten Teilen mit der von WFO-Geschäftsführerin Sonja Ende: Nach eigenem Bekunden auf der Investorenkonferenz von Ottes Nachricht noch überrascht, hält sie die Bevölkerungszunahme bei näherem Hinsehen für „eine logische Entwicklung“. Über 160.000 Bürger seien Beweis für die „Dynamik, mit der Osnabrück sich interessant macht“. Die Stadt stehe für hohe Lebensqualität, kurze Wege und gute Beschäftigungsmöglichkeiten. Tourismuschefin Petra Rosenbach ergänzt die Liste um unverwechselbare Geschäfte, Restaurants und Kulturstätten: „Das sind die Anlaufpunkte, die wir vermarkten. Solche Angebote geben der Form Inhalt.“

Land zählt weniger

Allein die nackte Bevölkerungszahl wirkt vor diesem Hintergrund wie das Versprechen auf eine rosige Zukunft am Ufer der Hase. Dabei soll sie nur Etappenziel sein auf dem Weg (zurück) zu jenen gut 165.000, die Osnabrück noch vor knapp zwei Jahren sich beanspruchen konnte – bevor der höchst umstrittene und von der Stadt auf dem Klageweg angefochtene Zensus 2011 die offizielle amtliche Einwohnerzahl um rund 10.500 Köpfe zurechtstutzte.

Entsprechend wähnt das niedersächsische Landesamt für Statistik (LSN) die Stadt auch weiterhin unterhalb der 160.000-Einwohner-Marke. Sogar deutlich: Die erste Fortschreibung der endgültigen Zensusergebnisse hält für Osnabrück eine Bevölkerungszahl von lediglich 155.874 vor (Stand 30. Juni 2014). An der Aktualisierung zum Stichtag 31. Dezember 2014 werde gearbeitet, heißt es auf Nachfrage. Doch es scheint ausgeschlossen, dass die im Frühjahr erwarteten neuen Zahlen aus Hannover diesen eklatanten Unterschied zur stadteigenen Fortschreibungszahl aufheben.

Kleiner als Oldenburg

Und wer gehofft hatte, mit 160.121 Einwohnern könne man Oldenburg den prestigeträchtigen Rang als drittgrößte Stadt Niedersachsens abjagen, wird ebenfalls enttäuscht. Dort waren Ende 2014 genau 161.439 Menschen mit Hauptwohnsitz registriert.