Bürgerbeteiligung läuft an 700 neue Wohnungen im Osnabrücker Landwehrviertel

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Osnabrück. Diese Kasernenfläche wird Osnabrücks Einwohnerzahl wohl noch einmal wachsen lassen: auf 37 Hektar soll an der Landwehrstraße ein Baugebiet für 700 neue Wohnungen entstehen. Jetzt beginnt die Bürgerbeteiligung für den Bebauungsplan. Am Donnerstag, 19. Februar um 19 Uhr veranstaltet die Stadt einen Informationsabend im ehemaligen Feldwebelcasino auf dem Kasernengelände.

Landwehrviertel soll das neue Carré heißen, das 2008 von den britischen Streitkräften geräumt wurde. Inzwischen sind die meisten Kasernengebäude der „Quebec Barracks“ abgerissen worden , das Gelände gehört der Esos, einem Tochterunternehmen der Stadtwerke. Aus dem Planungsprozess der vergangenen Jahre hat sich ein Wohngebiet mit einer grünen Mitte herauskristallisiert, mit Kita, Supermarkt und Sporthalle. „Grüne Mitte Eversheide“ nennt sich der preisgekrönte Entwurf aus dem Düsseldorfer Architekturbüro Thomas Schüller und den Freiburger Landschaftsarchitekten vom Büro faktorgrün, der beim städtebaulichen Wettbewerb im November 2013 aufs Siegertreppchen kam. Die Grundidee blieb zwar erhalten, inzwischen haben die Stadtplaner das Bebauungskonzept aber weiter verdichtet, um die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen. Erklärtes Ziel ist es, preiswerte Baugrundstücke auf den Markt zu bringen.

Wohnhöfe

Rings um den grünen Kern werden nach dem favorisierten Entwurf sechs bis sieben Wohnhöfe entstehen, mit Häusern, die zueinander passen. Drei bis vier Geschosse sollen rings um die „grüne Mitte“ möglich sein, während in den Randzonen eher flachere Einfamilienhäuser und Doppelhäuser das Bild der neuen Siedlung prägen sollen. Integriert ist die noch relativ neue, für die Briten gebaute Sporthalle, die jetzt vom OSC genutzt wird. Erhalten bleiben auch die Wohngebäude parallel zur Landwehrstraße, die erst wenige Jahre vor dem Abzug der Briten für Mannschaftsdienstgrade errichtet wurden. Sie dienen derzeit als Flüchtlingsunterkünfte.

Baracke 35 bleibt

Noch keine konkrete Verwendung hat sich bisher für das Feldwebelkasino der Briten gefunden, das ebenfalls aus jüngerer Zeit stammt und zu schade für den Abriss erscheint. Die Planer setzen auf eine gastronomische Nutzung. Falls daraus nichts wird, könnten ja Wohnungen auf der Fläche entstehen, sagt Franz Schürings, der Leiter des Fachbereichs Städtebau. Als denkmalgeschütztes Relikt aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs bleibt die Baracke Nr. 35 erhalten, die der Verein „Antikriegskultur und Friedenshandeln“ gepachtet hat. Von 1941 bis 1945 waren im damaligen Lager Eversheide rund 5000 serbische Offiziere interniert.

Die Landwehrstraße wird nach den Plänen der Stadt zur verkehrsberuhigten Zone. Für den Durchgangsverkehr wollen die Planer eine Paralleltrasse bauen, über die auch die einzelnen Wohnhöfe erreicht werden können. Als Option für die Zukunft ist eine Buslinie mitten durch die Siedlung angedacht. Um die „grüne Mitte“ mit anderen Grünzonen zu verbinden, sollen Fuß- und Radwegverbindungen nach außen führen, im Westen zur Strothe-Siedlung, im Osten zum benachbarten Wohngebiet „In der Masch“.

Magerrasen als Biotop

Bei der ökologischen Bestandsaufnahme hat sich herausgestellt, dass sich auf dem westlichen Teil des Kasernengeländes ein Sandmagerrasen gebildet hat, der als Biotop unter Schutz gestellt wird. Die 1,2 Hektar große Fläche soll ein- bis zweimal pro Jahr gemäht werden und darf auch betreten werden. Als Bolzplatz sei sie allerdings nicht geeignet, vermerkt Schürings.

Nach dem Entwurf der Planer soll ein Bolzplatz als „Käfig“ in der zentralen Grünanlage entstehen, ein weiterer ist in der Nähe der Bahnlinie nach Rheine geplant. Um den Lärm der fahrenden Züge abzuschirmen, ist der Bau einer Schallschutzwand erforderlich. Die Planer haben sich gegen einen Lärmschutzwall entschieden, um Fläche zu sparen. Parallel zum Gleis soll stattdessen ein lang gezogenes Regenrückhaltebecken entstehen.

Erste Häuser nicht vor 2017

Wenn die nächsten Arbeitsschritte planmäßig vorankommen, kann der Bebauungsplan in etwa einem Jahr verabschiedet werden. Alexander Reuschel von der Projektgruppe Konversion rechnet damit, dass die Erschließung etwa Mitte 2016 beginnen kann. Erst für 2017 rechnet er mit dem Bau der ersten Häuser.

Bürgerbeteiligung: Bis zum 13. März liegt der Entwurf für den Bebauungsplan im Internet unter www.osnabrueck.de und im Fachbereich Städtebau, Hasemauer 1, Osnabrück, öffentlich aus. Änderungsvorschläge und Einwendungen können bis zu diesem Termin schriftlich oder per Mail abgegeben werden. Es handelt sich um die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung, weitere Informationen und Beteiligungsmöglichkeiten folgen.


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