Lesung im Haus der Jugend Lars Amend mit „Dieses bescheuerte Herz“


Osnabrück. Traurige Geschichte mit vielen Pointen: Lars Amend las aus seinem mit dem herzkranken Jungen Daniel verfassten Buch im Osnabrücker Haus der Jugend.

Es gibt Sekt für alle. Schließlich ist Valentinstag. Doch Lars Amend bedankt sich mit dieser Spende am Anfang des Abends auch bei den Zuhörern, die trotz aller Konkurrenzveranstaltungen ins Haus der Jugend gekommen sind. Da sind der Kinostart von „Shades of Grey“ und der Ossensamstag.

Rund 50 Zuhörer sind aber doch zu Lars Amends Lesung gekommen. Wobei der Begriff „Lesung“ unzutreffend ist. Amend liest nicht, er erzählt. Er schnappt sich ein Mikrofon und redet drauflos. Gut, vieles von dem, was kommt, wird der 36-Jährige oft berichtet haben. Doch statt Schnipsel hier, Schnipsel da zu lesen, fügt sich seine Erzählung zu einem Ganzen. Wie die Begegnung mit dem herzkranken Daniel ihn aus seiner „Wohlstandsdepression“ riss. Und wie Lars Amend zu seinem großen Bruder wurde, der Daniel seine Wünsche erfüllt.

Der darf vieles nicht, was Altersgenossen tun. Er ist mit einem halben Herz zur Welt gekommen und wird nach der Prognose der Ärzte nicht älter als 23. Sein geschwächter Körper macht vieles unmöglich. Bis zu seiner Begegnung mit Amend bestand sein Leben daraus, zur Schule zu gehen und danach in seinem Zimmer zu sitzen. Der große Bruder bricht mit Daniel Verbote. Gleich am ersten Abend raucht der damals 15-Jährige eine Zigarette.

Aufgeschrieben haben Daniel Meyer und Lars Amend die Geschichte in „Dieses bescheuerte Herz“, dem Buch also, aus dem der Autor nicht liest. Aber auch so versteht Amend es, die eigentlich traurige Geschichte mit vielen Pointen rüberzubringen.

Das muss er von Daniel haben. Denn der schaut nicht wie so viele andere auf das Negative im Leben, darauf etwa, dass er regelmäßig mit Schmerzen ins Krankenhaus muss. Daniel guckt, was möglich ist. Mädchen anquatschen. Nach Berlin fahren. Einen Popsong aufnehmen. Es scheint ihm gutgetan zu haben. Am Ende dieser Woche wird Daniel 18.


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