Kunstaktion von Hiltrud Schäfer Was bedeuten die Bücher auf Osnabrücker Verkehrsinsel?



Osnabrück. Autofahrer wundern sich: Auf einer Osnabrücker Verkehrsinsel werden Bücher eingegraben. Was soll das? Antwort: Die Aktion ist ein Kunstprojekt.

Rund 200 Bücher stecken im Erdboden der Verkehrsinsel gegenüber der Kunsthalle Osnabrück. Die Künstlerin Hiltrud Schäfer hat sie am 12. Februar 2015 dort eingegraben. Den Kontext erläutert auf Anfrage Julia Draganovic, Direktorin der Kunsthalle Osnabrück. Nach ihren Angaben reagiert die Osnabrücker Künstlerin damit auf eine Installation, die derzeit in der Ausstellung „Was für ein Fest?“ in der Kunsthalle Osnabrück zu sehen ist. Der New Yorker Künstler zeigt dort seine „Reanimation Library“, eine Sammlung von Büchern, die Beccone in Osnabrück aus Antiquariaten und Haushaltsauflösungen zusammengetragen hat. Er bietet die Bücher seiner „Library“ als Anlass für weitere Projekte an. Seit dem Start der Ausstellung am 8. Februar 2015 wird der Bestand den Angaben der Kunsthalle zufolge eifrig genutzt.

„Hiltrud Schäfer hat jetzt die Bücher verwendet, die Beccone nicht in seinen Bestand aufgenommen hat“, sagte Julia Draganovic. Nach ihren Worten stammen die Bücher aus Haushaltsauflösungen. Sie sind daher kostenlos beschafft worden. Die auf Spatentiefe eingegrabenen Bücher sollen der Natur überlassen werden und in den nächsten Wochen nach und nach zuwachsen. Hiltrud Schäfer habe eine solche Aktion schon einmal in Litauen verwirklicht, sagte Draganovic. Die Buchseiten würden sich nach und nach in Erde verwandeln. „In Litauen standen nach einigen Monaten nur noch die Buchdeckel in der Erde“, berichtete Draganovic.

Hiltrud Schäfer wird ihre Kunstaktion am 13. Februar 2015 zuende führen. Einen Titel hat dieses Projekt allerdings noch nicht. Andrew Beccone soll immerhin mit dem Projekt seiner Osnabrücker Künstlerkollegin einverstanden sein. Draganovic“. „Hier entsteht sozusagen das Kehrstück der Reanimation Library“.


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