Dritter Versuch gescheitert Erneut verhindern Aktivisten in Osnabrück eine Abschiebung


Osnabrück. Aktivisten haben in Osnabrück am frühen Mittwochmorgen erneut eine Abschiebung verhindert. Es war die inzwischen 30. Aktion dieser Art. Ein Somalier sollte nach Italien abgeschoben werden.

Es war bereits der dritte Versuch der Ausländerbehörde, den Somali abzuschieben. Hintergrund: Der Mann war über Italien nach Europa gekommen. Entsprechender dem Dubliner Abkommen wäre damit auch Italien für seinen Asylantrag zuständig.

Das Aufeinandertreffen von Mitarbeitern der Ausländerbehörde und den Aktivisten hat in Osnabrück fast rituelle Züge. Wird eine Abschiebung angekündigt oder bekannt, alarmieren sich die Abschiebegegner gegenseitig. Die Behördenmitarbeiter treffen dann bis zu 70 Aktivisten, die die Abschiebung mit friedlichen Mitteln boykottieren. Und die Gegenseite wirkt in der Regel nicht wirklich entschlossen, den Asylsuchenden in dieser Menge zu identifizieren und mitzunehmen. Und ziehen unverrichteter Dinge ab. Die Polizei griff bislang nicht ein.

Diesmal wurde das Drehbuch für den dritten Versuch etwas geändert: Laut Abschiebebescheid sollte der Somalier nach Angaben der Aktivisten sich draußen und fern möglicher Demonstranten aufhalten. Was das Grundproblem nicht löste: Als der Mitarbeiter der Ausländerbehörde morgens gegen 5 Uhr anrücken, sind die Demonstranten schon da, der Somali wie verlangt auch. Aber wieder verhindern die Aktivisten die Abschiebung. Schließlich hat es Osnabrück schon Verwechselungspannen bei Abschiebungen gegeben.

Ob er sich der Somali am Mittwochmorgen in der Gruppe oder weisungsgemäß irgendwo fern der Gruppe aufgehalten hat, bleibt offen. Sicher ist: Der dritte Abschiebeversuch für diesen Menschen und der 30. in Osnabrück insgesamt ist gescheitert. Fortsetzung folgt …


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