Architektur in Osnabrück (47) Monumente des Erinnerns auf dem Hasefriedhof

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Osnabrück. Ein Friedhof ist ein Ort der Ruhe und des Gedenkens. Doch gerade historische Gräberanlagen sind mit ihren Kapellen, begehbaren Grüften und opulenten Sarkophagen bisweilen Dokumente architektonischer Kreativität vergangener Zeiten. So auch der Osnabrücker Hasefriedhof auf einem circa 10 Hektar großen Areal im Stadtteil Sonnenhügel.

Heute kaum mehr vorstellbar: 1903 ließ die Familie des Oberregierungsrats August Wegner eine monumentale Grabstätte mit vier Grabkammern aus Ibbenbürener Sandstein errichten, die geradezu unbeschadet die Jahre überdauert hat. Während rund um den Bau aus massiven Blöcken die Grabsteine in Schieflage geraten oder zerfallen, scheint der Zahn der Zeit hier keine Chance gehabt zu haben: Eine Freitreppe führt zu einem Portal mit künstlerisch gestaltetem Tor aus Bronze, über dem ein mehr als zwei Meter breites Relief mit einem Grablegungs-Motiv eingelassen wurde.

Filigran erscheint dagegen das Grufthaus der Familie Lienemann, das mit gotischem Maßwerk und farbigen Fenstermalereien aufwarten kann. Ganz schlicht, geradezu im Stil eines konkreten Kunstwerks, ist das Grabmal des Künstlers Friedrich Vordemberge-Gildewart gehalten, der hier 1962 neben seinen Eltern und Schwestern bestattet wurde.

Im Zentrum des Friedhofs mit dem üppigen Baumbestand, der 1808 vor den Toren der Stadt angelegt und sukzessive auf sechs Abteilungen erweitert wurde, befindet sich seit 1866 eine Kapelle im neoromanischen Stil. Der achteckige Bau wurde 2007 komplett renoviert und steht wie die gesamte Anlage unter Denkmalschutz. Seit 1995 finden hier keine Bestattungen mehr statt, und Ende dieses Jahres wird sie endgültig entwidmet. Das heißt, dass sie fortan als Parkanlage mit Friedhofscharakter geführt wird.

So sind zurzeit Mitarbeiter der städtischen Friedhofsverwaltung damit beschäftigt, den Baumbestand zu beschneiden: Kranke Hölzer werden entfernt, gesunde Bäume werden freigeschnitten, damit sie genug Luft und Licht bekommen. Der Ausblick auf viele historische Grabanlagen ist wieder gewährleistet und die Achsen, die von der Kapelle aus in die vier Himmelsrichtungen zeigen, legen den Blick auf die Friedhofsmauern frei, der bis vor nicht langer Zeit zum Teil verwehrt war.

Metropolenfaktor:

4 von 6 Sternen

Stadtbildfaktor:

6 von 6 Sternen

Wohlfühlfaktor:

6 von 6 Sternen

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