BBK-Kunstquartier Neue Werke von Ismail Uluocak

Der Künstler Ismael Uloucak. Foto: Jörn MartensDer Künstler Ismael Uloucak. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Einen Farbrausch erlebte Ismail Uluocak, als er die Firma eines Verpackungsherstellers im Landkreis besuchte. Die in riesigen Regalen lagernden Farbeimer inspirierten ihn. Er beschloss, sich von seiner symbolbefrachteten Malerei abzuwenden und sich der Farbe pur zu widmen. Einen Farbrausch erlebt entsprechend der Besucher des BBK-Kunstquartiers, der die neue Ausstellung von Uluocak besucht.

„Auf dem Meer sah es aus, als gäbe es zwei Himmel“ lautet der poetische Titel der Schau. Er leitet sich vom Titel eines Bildes ab, das bei aufmerksamer Betrachtung aller Exponate leicht zu identifizieren ist: Es ist ein von blauen Tönen dominiertes Bild, dessen Oberfläche von orangen, leuchtend roten, gelben und grünen Partikeln, so scheint es, durchbrochen wird. Diese sehr individuelle Struktur erzielt der Künstler, indem er beim Farbauftrag gänzlich auf Pinsel verzichtet und ausschließlich eine Art Rakel, also spezielle Spachtel, einsetzt. Das führt dazu, dass in seiner Kunst wenig wirklich gerade Linien vorkommen. Stattdessen wird der Bildgrund von filigraner Textur bestimmt, in der die Farbe herrscht. Und eine enorme Tiefe.

Im Bild „Ich will Dir machen, was der Frühling mit den Kirschblüten macht“ bildet sich ein quadratischer Körper heraus, der ausgesprochen plastisch auf einem dunkleren Hintergrund zu schweben scheint. Sogar Schwarz und Weiß setzt der Künstler neuerdings ein. So wirkt ein Bild mit überwiegend schwarzen Flächen sowie weißen Durchbrüchen mit einigen roten Tupfern wie ein skurriler Kurzfilm – das einzige Werk, das die Fantasie zu gegenständlichen Assoziationen reizt.

Die Farbe war Uluocak auch früher schon wichtig. Das beweisen ein großformatiges Bild und diverse Holzstelen, die aus einer früheren Schaffensperiode stammen.

An Friedensreich Hundertwasser erinnernd, komponierte er religiöse Embleme mit vielen Goldelementen. Als habe er die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen vorhergesehen, plädierte Uluocak, selbst Muslim, für ein Miteinander der Religionen, indem er Davidsterne als Symbol für das Judentum, Fische für das Christentum und Tulpen für den Islam in einem Bild zusammenbrachte. Die Holzstelen, auf denen er Bibeltexte, Renaissance-Bilder und seine typischen Farben und Formen collagierte, erinnern an die „Schöpfungsgeschichte“.

BBK-Kunstquartier (Bierstraße 33): „Auf dem Meer sah es aus, als gäbe es zwei Himmel“. Malerei und Objekte von Ismail Uluocak. Freitag, 6. Februar (Eröffnung um 19 Uhr), bis 14. März. Di.–Fr. 14–18 Uhr, Sa. 11–15 Uhr.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN