Kinderstück in der Lagerhalle Osnabrück: Musiktheater Lupe spielt Wolle und Gack

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Schaf Gack, gespielt von Tine Schoch. Foto: OsterfeldSchaf Gack, gespielt von Tine Schoch. Foto: Osterfeld

Osnabrück. Zwei, die sich streiten wie Huhn und Schaf: Das Kinderstück „Wolle und Gack“ des Musiktheaters Lupe wirbt für Toleranz gegenüber anderen Kulturen und Religionen. Die Botschaft kommt bei den Kindern an, wie ein Auftritt in der Osnabrücker Lagerhalle gezeigt hat.

Wolle mag es gemütlich. Gern sitzt das Beamtenschaf auf seinem neuen Sofa vor seinem Häuschen, liest Zeitung und freut sich über sein ordentlich gemähtes Gras, seinen schönen Zaun und die Blumen am Grundstücksrand. Wolle, könnte man sagen, ist ein tierisches Abbild des deutschen Spießers. Und der mag es nicht gern, wenn seine geregelte Welt durcheinander gebracht wird.

Genau das passiert aber in „Wolle und Gack“ , einem Stück über fremde Kulturen und Religionen des Musiktheaters Lupe. Denn eines Tages zieht ein Huhn auf das Nachbargrundstück. Das geht gar nicht, findet Wolle. Schaf und Huhn, das passt seiner Meinung nach nicht.

Es folgt ein humorvoller Zusammenstoß, in dem Gewohnheiten und Ansichten aufeinandertreffen. Huhn Gack ernährt ernährt sich anders als das vegetarische Schaf von Würmern und scharrt eifrig nach ihnen im Boden. Da fliegt schon mal etwas Erde rüber zum Nachbargrundstück, was Wolle empört. Wie überhaupt alles, was Gack macht. Das Schaf fordert seine Nachbarin in einem Brief auf, wegzuziehen.

Das Publikum ab vier Jahren hat die Botschaft schnell verstanden und akzeptiert beide Figuren in ihren Eigenheiten. Da weisen die Kinder Wolle darauf hin, dass Gack ein trauriges Lied singt, weil der Brief zu böse war. Gemeinsam schreiben Schaf und Publikum eine Entschuldigung inklusive Einladung. Aber auch Wolle wird genommen, wie er ist. Als Gack vor seiner Haustür steht, ruft ein Junge aus dem Publikum ihr zu: „Füße abtreten!“ Das gilt eben in der Welt des Beamtenschafs, das so herrlich schön blökend und manchmal bockig von Tine Schoch gespielt wird. Kathrin Orth überzeugt im Gegenpart als weltoffenes Huhn, das freundlich jedem Gast einen Wurm anbietet.

Das Plädoyer für Toleranz kommt auch deswegen an, weil diese Welt so bunt und vielfältig ist. Musikalisch (Komposition: Ralf Siebenand) etwa reicht das vom Rockabillysong für Wolle bis zum traditionellen Posthorn, das erklingt, wenn das zur Postbotin erkorene Mädchen aus dem Publikum die Bühne betritt. Bühne (Marianne Clausmeier und Ralf Möntmann) und Kostüme (Susanne Grampp) unterstreichen die Eigenschaften der Figuren. Die religiöse Gack etwa ist eine elegante und gleichzeitig bunt und schräg gekleidete Hühnerdame, während Wolle Anzugweste und Schlips trägt. Das Plädoyer für Toleranz (Regie: Ralf Siebenand) wird so kurzweilig und unterhaltsam.


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