Performances in der Kunsthalle Osnabrück „Was für ein Fest?“: Julia Draganovic stellt das Programm vor


Osnabrück. Wie geht es weiter in der Kunsthalle Osnabrück? Mit einem Performance-Projekt. Das Team arbeitet mit Hochdruck am Programm für „Was für ein Fest?“.

Die Türen der Kunsthalle bleiben für das Publikum noch bis zum 8. Februar geschlossen. Doch drinnen proben Künstler für ihre Performances, feilen Kunsthallen-Leiterin Julia Draganovic, ihre Kolleginnen Christel Schulte, Franziska Finke und das ganze Team an einer Ausstellung, die vor allem aus Aktionen bestehen wird. „Diese Ausstellung wird ein prozesshaftes Kunstprojekt sein“, kündigt Julia Draganovic an. Acht Termine für Performances – Eröffnung inklusive – dazu die durchlaufende „Werkstattschule“ von Jorge González – das Gerüst für das Kunstprojekt steht.

Warum hat die Kunsthalle Osnabrück mit dem Format „24/7“ den Neustart des Jahres 2014 in der Osnabrücker Kulturszene geboten? Lesen Sie hier die Analyse.

Was hält dieses Programm zusammen? „Die Kernfrage nach der Gemeinschaft von Menschen“, antwortet Julia Draganovic, die das Projekt gemeinsam mit Pablo Helguera vom Museum of Modern Art in New York kuratieren wird. Draganovic und Helguera zielen auf ein Kunstprogramm, das Menschen aktivieren soll, indem es Dialog stiftet und gemeinsame Aktivitäten anleitet. Kunst bemisst sich dabei nicht allein an Exponaten, sondern vor allem an Prozessen und Praktiken. Darauf soll auch der Titel verweisen. „Was für ein Fest?“: Diese Überschrift fragt nach dem, was Menschen verbinden und zu gemeinsamem Tun inspirieren kann.

Was ist eigentlich Kunst? Lesen Sie hier das Statement von Stefan Lüddemann.

Allerdings wird es im Forum der Kunsthalle auch eine klassische Ausstellung geben, verspricht Julia Draganovic. „Jede Performance hinterlässt eine Spur“, sagt sie. Ein klein wenig hat diese Ausstellung sogar schon begonnen. Der New Yorker Künstler Andrew Beccone hat eine Filiale seiner „Reanimation Library“ in der Kunsthalle etabliert. Der Künstler versammelt Bücher mit den im Internet-Zeitalter vergessenen Bildwelten der Sechziger- und Siebzigerjahre und stellt sie als Material für künstlerische Projekte zur Verfügung. Zu den Künstlerinnen, die ihre Arbeit bereits aufgenommen haben, gehört auch Susanne Bosch , die eine Osnabrück-Karte mit Alternativprojekten erarbeitet und ihr Projekt unter dem Titel „Dies ist morgen!“ vorstellen wird.

Mit diesen und weiteren Projekten soll die Kunsthalle, so die Vorstellung von Julia Draganovic, zu einer Arbeitsstelle und einem Begegnungsort avancieren. Interventionen und Performances sorgen dafür, dass Kunst, Ausstellung und Vermittlung ineinander übergehen werden. Dieser Aspekt hat auch bei Kulturförderern besondere Aufmerksamkeit gefunden. So unterstützt die Bohnenkamp-Stiftung das Ausstellungsprogramm und den integrierten Wettbewerb „Osnabrück schreibt“.

Wie hat eigentlich Künstler Michael Beutler die Kunsthalle Osnabrück inszeniert? Lesen Sie hier die Besprechung.

Julia Draganovic geht es vor allem darum, mit der Kunst Menschen in Aktivität zu bringen. „Objekte sind immer Angebote, mit ihnen zu interagieren“, sagt die Kunsthallen-Leiterin. Künstlerin Manila Bartnik macht das bereits. Sie sortiert die „Reanimation Library“ täglich um – als Zeichen dafür, dass Veränderung machbar ist.


0 Kommentare