Warnstreiks bei VW 1500 Metaller demonstrieren in Osnabrück für mehr Geld

Von Wilfried Hinrichs


Osnabrück. 1500 Mitarbeiter von VW Osnabrück und Valmet Automotive sind am Freitagmorgen im dichten Schneetreiben für zwei Stunden in den Warnstreik getreten, um in den Tarifverhandlungen der Metall- und Elektroindustrie Druck auf die Arbeitgeber zu machen.

„Von hier aus geht heute die Botschaft an die Arbeitgeber: Werden Sie vernünftig und hören Sie endlich auf, sich wieder alte Gutsherr auf seinem Landsitz zu gebärden“, sagte der 2. Bevollmächtigte der IG Metall Osnabrück, Stephan Soldanski, während der Kundgebung auf dem Vorplatz von Valmet Automotive. Er warf den Arbeitgebern „Provokationen“ vor und forderte sie auf, „endlich konstruktiv zu verhandeln“.

Mit Ende der Friedenspflicht in der Nacht zu Donnerstag waren Beschäftigte von Essex in Bramsche und Vornbäumen-Stahlseile in Bad Iburg in einen Warnstreik getreten. Die Kundgebung der VW- und Valmet-Beschäftigten am Freitagvormittag war die bislang größte im Tarifkonflikt für den Bereich Osnabrück-Emsland. Die IG Metall fordert eine tarifliche Bildungsteilzeit, eine bessere Altersteilzeit und eine Erhöhung der Löhne um 5,5 Prozent. Die Arbeitgeber bieten 2,2 Prozent und wollen die Bedingungen der Altersteilzeit einschränken. „Unsere Forderungen sind fair, sind gut, sind richtig“, rief Soldanski den Metallern zu. „Und wir sind bereit, für unsere Forderungen zu kämpfen.“ Der Verweis der Arbeitgeber auf die derzeit niedrige Inflation verkenne die Realitäten, so der Gewerkschafter. „Wir müssen uns an der wirtschaftlich vernünftigen Zielinflationsrate orientieren, die liegt bekanntermaßen bei zwei Prozent.“ Die Beschäftigten hätten einen Anspruch auf einen angemessenen Anteil an den Gewinnen der Metall- und Elektroindustrie.

Nach Gewerkschaftsangaben hatten sich über tausend VW-Beschäftigte gegen 9.30 Uhr versammelt und waren zum gut zwei Kilometer entfernten Valmet-Sitz gezogen, wo die Beschäftigten nicht nur um höhere Löhne, sondern um ihre Arbeitsplätze kämpfen. Der Verdeckhersteller will 230 der 330 Arbeitsplätze abbauen. Valmet-Betriebsratsvorsitzender Lazar Kustudic dankte den VW-Mitarbeitern für das „starke Zeichen der Solidarität“ und kündigte an: „Wir werden weiter um unsere Arbeitsplätze kämpfen.“ 2010 hatte das finnische Unternehmen Valmet die Dachsparte aus der Karmann-Insolvenz übernommen .


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