„Eine Menge Modifikationen“ Emma-Theater wird saniert und bezieht zwei Ersatzspielstätten

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Osnabrück. Im Emma-Theater gehen die Lichter aus. Dafür leuchten die Bühnenscheinwerfer dann gleich an zwei Spielstätten: Im Zuge der Sanierung räumt das Theater Osnabrück das Emma und bezieht die Melanchthonkirche sowie das Limberg-Theater.

Ulf Jürgens, Geschäftsführer der Südstadtkirchengemeinde, hat gerade noch Glück: Er hat Karten für die Vorstellung von „27 Monate“ im Emma-Theater am 1. März. Danach geht dort das Licht aus und erst im Oktober wieder an. In der Melanchthonkirche hingegen, einer der Kirchen der Südstadtkirchengemeinde, findet bereits diesen Sonntag der letzte Gottesdienst statt. Ab Montag „darf das Theater das Zepter übernehmen“.

Mit der Entwidmung des Gotteshauses nimmt die evangelische Kirche „demografische und gesellschaftliche Entwicklungen auf“, sagt Superintendent Friedemann Pannen. „ Es ist der richtige Schritt “, ergänzt er –aber der sei schmerzhaft. Doch Pannen denkt über die gemeinsame Zeit mit dem Theater hinaus: Er könnte sich durchaus vorstellen, dass in dem Noch-Gotteshaus ein Kulturzentrum für den Stadtteil entsteht.

Nun leistet das Emma-Theater in seinen Räumen in der Lotter Straße viel –zu viel für die höchstgelegene Kirche Osnabrücks. Deshalb hat die Theaterleitung eine zweite Ersatzspielstätte aufgetan: das Theater am Limberg. Das Institut für Musik (IfM) hat dort einen Ersatz für das ehemalige britische Kino gefunden und die Mensa „szenisch vorbereitet“, wie der Leiter des IfM, Sascha Wienhausen sagt. „Eine Win-win-Situation für die Zusammenarbeit mit dem Theater“ sei das, sagt Wienhausen.

Dort kann das Theater also ohne große Vorbereitung einziehen. In der Kirche sind hingegen schon ein paar Handgriffe nötig, „um dort einen Theaterraum zu schaffen“, wie der Kaufmännische Direktor Matthias Köhn sagt. So müssen Brücken für Licht und Podeste für Bühne und Zuschauerränge geschaffen werden, und zwar „ohne die Architektur zu beeinträchtigen“, sagt Intendant Ralf Waldschmidt. Denn in einem halben Jahr will das Theater wieder den Kirchenraum in seinem ursprünglichen Zustand hinterlassen.

Für die Theatermitarbeiter sei das „eine Riesenherausforderung“, sagt Waldschmidt. Die Interimslösung „bedeutet eine Menge an Modifikationen“. Das ist elegant ausgedrückt, denn konkret heißt das nämlich, dass Schauspieler und Tänzer sich erheblich einschränken müssen, etwa was Garderoben angeht. Für die Zuschauer hingegen bedeuten beide Spielstätten Abwechslung. „Sie sind gut zu erreichen“, sagt Waldschmidt. Im Übrigen „bin ich zuversichtlich, dass das neugierige Osnabrücker Publikum das mitmacht“. Am 4. März geht’s los. Bis dahin wird aber noch im Emma-Theater gespielt.


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