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Staatsanwaltschaft Hannover prüft Mutter aus Osnabrück mit Tochter in Dschihad gereist?

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Kriegsgebiet Syrien: Rauch steigt bei Kämpfen zwischen IS und kurdischen Verbänden auf. Foto: dpaKriegsgebiet Syrien: Rauch steigt bei Kämpfen zwischen IS und kurdischen Verbänden auf. Foto: dpa

df/kfr Osnabrück. Mehr als einen Abschiedsbrief soll die 26-jährige Mutter aus Osnabrück nicht hinterlassen haben, bevor sie gemeinsam mit ihrer vierjährigen Tochter in Richtung Syrien verschwand. Offenbar kein Einzelfall, immer wieder nehmen Eltern ihre Kinder mit in den Dschihad. Von Dirk Fisser und Karsten Frei

Die Staatsanwaltschaft Hannover prüft derzeit die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen die Mutter. Sie könnte sich einer terroristischen Vereinigung angeschlossen haben. Das bestätigte Behördensprecher Thomas Klinge unserer Redaktion. Hinweise darauf habe ein Abschiedsbrief der jungen Frau enthalten, den sie ihrem ehemaligen Lebensgefährten hinterlassen haben soll. Man werde sich im Paradies wiedersehen, soll in dem Schreiben der zum Islam konvertierten Deutschen stehen.

Aufenthaltsort nicht bekannt

Klinge betonte, dass derzeit noch geprüft werde, ob ein Anfangsverdacht auf Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat nach Paragraf 89 Strafgesetzbuch vorliege.

Wo sich die 26-Jährige und das Kind derzeit aufhielten, wisse die Staatsanwaltschaft nicht, so Klinge. Nach Informationen unserer Redaktion soll sich auch aus dem Landkreis Osnabrück eine junge Frau in Richtung Kriegsgebiet aufgemacht haben.

Versuch Kinder zu indoktrinieren

Wie das ARD-Magazin „Report Mainz“ am Dienstagabend berichtet, hat der Verfassungsschutz in der Vergangenheit immer wieder Hinweise auf Islamisten verzeichnet, die mit ihren Kindern nach Syrien oder in den Irak ausgereist seien. „Wir gehen von einem unteren zweistelligen Bereich aus“, sagte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen. Gleichwohl bereite die Gruppe den Behörden Sorgen: „Nicht zuletzt deshalb, weil die Eltern, die dschihadistisch geprägt sind, versuchen, ihre Kinder zu indoktrinieren, versuchen, sie zu einer neuen Generation von Dschihadisten aufzubauen.“

Das niedersächsische Innenministerium wollte keine Angaben zu dem Osnabrücker Fall machen, betonte aber, dass etwa 40 Personen aus Niedersachsen in Richtung Syrien oder Irak gereist seien. Eine niedrige einstellige Zahl sei gestorben, ebenso viele wieder nach Niedersachsen zurückgekehrt. „Rückkehrer aus dem Kriegsgebiet stehen im besonderen Fokus der niedersächsischen Sicherheitsbehörden“, so ein Sprecher.

Derweil hat die französische Polizei bei einem Einsatz fünf mutmaßliche Islamisten festgenommen. Die Männer im Alter zwischen 26 und 44 Jahren sollen bei Montpellier Jugendliche für den Kampf in den Reihen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien angeworben haben. (mit dpa)

Mehr zur Situation in Syrien auf www.noz.de/is


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