Mit Mama in die Mensa Großer Andrang beim Elterntag der Osnabrücker Universität

Einen genaueren Blick auf die Arbeit der unterschiedlichen Fachbereiche warfen Eltern und Freunde der Studenten beim Elterntag der Universität Osnabrück. Foto: Universität Osnabrück/LewandowskiEinen genaueren Blick auf die Arbeit der unterschiedlichen Fachbereiche warfen Eltern und Freunde der Studenten beim Elterntag der Universität Osnabrück. Foto: Universität Osnabrück/Lewandowski

Osnabrück. Am Sonntag hat die Uni Osnabrück bereits zum siebten Mal ihren Elterntag veranstaltet. Väter, Mütter, aber auch Freunde und Verwandte der Erstsemester waren eingeladen, sich die Universität einmal genau anzuschauen. Den knapp 1200 Besuchern wurde viel geboten – hochinteressante Kurzvorlesungen inklusive.

Ob sich einige Eltern nach dieser halben Stunde wohl am liebsten selbst immatrikuliert hätten? „,Notwehr‘ – ein Lotteriespiel?“ lautete der Titel einer beeindruckenden Kurzvorlesung, die der renommierte Jura-Professor Arndt Sinn vor rund 180 Gästen im Hörsaal hielt. Schon traditionell bietet die Uni am Elterntag Vorlesungen zu durchaus umstrittenen und emotionalen Themen an, die Betrachtung der Mafia als soziales Netzwerk ist nur eines der Beispiele aus den vergangenen Jahren.

Die Vorlesung von Arndt Sinn fügte sich nahtlos in diese Reihe ein. „Wenn es nicht möglich ist, einen Angreifer zu warnen, dann, meine Damen und Herren, können Sie einer Person selbstverständlich sofort in den Kopf schießen.“

Notwehr gegen Hund

Der Strafrechtsprofessor machte deutlich, dass es einem Angegriffenen grundsätzlich gestattet ist, sich mit Gewalt zu wehren, auch wenn ihm die Flucht möglich wäre. „Das Recht braucht dem Unrecht nicht zu weichen.“ Das gelte übrigens auch, wenn der Hund des Nachbarn ständig in den eigenen Vorgarten pinkelt. „Auch dann dürfen Sie Notwehr üben. Aber bitte erschießen Sie ihn nicht gleich!“, sagte Sinn unter dem Lachen der Studenten und deren Eltern.

Zwischendurch stellte der Professor auch einige Fragen, die interessanterweise ausschließlich von etwas älteren Männern – mutmaßlich den Vätern – beantwortet wurden. Dasselbe Bild in der anschließenden Kurzvorlesung zum Thema „Börsenkurs und Abfindung“ von Sinns Kollege Lars Leuschner. Auch seine Fragen beantworteten einzig Männer jenseits der 40. Sehr zufrieden mit dem Elterntag zeigte sich Hans-Jürgen Unverferth vom Projekt und Veranstaltungsmanagement der Universität. „Wir machen das jetzt seit sieben Jahren und haben konstant knapp 1200 Gäste.“ Der überwiegende Teil der Besucher meldet sich im Vorfeld der Veranstaltung an, deshalb kann Unverfehrt auch Aussagen über die Beliebtheit der einzelnen Studiengänge treffen. „Die meisten Besucher sind jedes Jahr die Eltern der Studenten, die Rechts- und Wirtschaftswissenschaften studieren.“

Besonders erstaunlich sei, dass auch viele Eltern von Studenten kämen, deren Studiengänge sich am Elterntag gar nicht vorstellen würden. „Die gucken sich dann andere Fachbereiche an, Psychologie und die Informatik zum Beispiel sind sehr beliebt.“

Erfreulich ist laut Unverferth auch, dass die Naturwissenschaften am Elterntag immer mehr Aufmerksamkeit bekämen. Während sich für die erwähnten Spitzenreiter Jura und Wirtschaftswissenschaften jeweils rund 300 Besucher anmelden würden, seien in diesem Jahr immerhin 140 Gäste bei der Biologie gewesen.


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