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26.01.2015, 19:55 Uhr VERÄNDERTE GLAUBENSPRAXIS

Schließung der Melanchthonkirche ist vernünftig

Ein Kommentar von Sebastian Stricker


Die nach dem Reformator Philipp Melanchton (1497– 1560) benannte Kirche im Stadtteil Kalkhügel ist die höchstgelegene in Osnabrück. Foto: Jörn MartensDie nach dem Reformator Philipp Melanchton (1497– 1560) benannte Kirche im Stadtteil Kalkhügel ist die höchstgelegene in Osnabrück. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Wenn eine Kirche für immer ihre Pforten schließt, ist das kein Beweis für schwindende Gottesfurcht, wohl aber für eine veränderte Glaubenspraxis. Denn vom sonntäglichen Ritual des gemeinschaftlichen Betens haben sich viele Christen verabschiedet – Tendenz steigend.

Dass die protestantische Südstadtkirchengemeinde daraus Konsequenzen zieht und die Melanchthonkirche aufgibt, ist deshalb vernünftig. Für ein Dutzend Gottesdienstbesucher im Monat einen Pastor, einen Küster und einen Organisten zu bestellen und ein Riesengebäude tagelang zu heizen, ist reine Geldverschwendung. Die Mittel können woanders besser eingesetzt werden.

Jetzt kommt es darauf an, auch aus der Vermarktung der Kirche Kapital zu schlagen. Welche Attraktivität entwidmete Gotteshäuser plötzlich wieder entfalten können, wenn sich erst die passende Idee und ein Macher finden, zeigen inzwischen viele Beispiele – auch und gerade in Osnabrück. Siehe Treffpunkt Atterkirche.


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