Atmosphäre über den Tellerrand hinaus „Vier Jahreszeiten“ Motto der Jugendmeisterschaften der Gastronomie

Von Markus Pöhlking


Osnabrück. Das gelungene Restaurant-Erlebnis ist eine Inszenierung, die weit über den Tellerrand hinausgeht. Erst in Kombination mit Attributen wie stimmigen Arrangements, höflicher Ansprache und stilvollem Ambiente wird kulinarische Erfahrung zu bleibender Erinnerung. In gastronomischen Ausbildungsberufen wird daher vermittelt, wie auch jenseits des Tellers eine glanzvolle Atmosphäre zu schaffen ist. Eine Ahnung der Möglichkeiten bot die Osnabrücker Jugendmeisterschaft im Berufsschulzentrum Westerberg (BSZW).

Vor den neugierigen Augen der Gäste und mit dem kritischen Blick der Prüfer im Nacken serviert Celine Love rosa gegarte Roastbeefscheiben oder Kartoffelbaumkuchen, zwischendurch schenkt sie Wein oder Wasser nach. Ansonsten ist sie einfach nur da. Unaufdringlich, distanziert, aber stets aufmerksam behält sie ihren Tisch im Auge und sorgt dafür, dass ihre Gäste sich auf sich selbst und die gereichten Speisen konzentrieren können. Ihr höfliches Auftreten und die wohltemperierte Präsenz am Tisch überzeugen die Jury letztlich: Am Ende des Abends erhält die Auszubildende zur Restaurantfachkraft den Siegerpokal ihrer Kategorie.

Bereits zum 32. Mal fand die Osnabrücker Jugendmeisterschaft der Gastronomie in diesem Jahr statt. Als Gemeinschaftsprodukt des Köcheclubs Osnabrück, der BSZW und des Verbandes der Servicemeister, Restaurant- und Hotelfachkräfte (VSR) ist die Veranstaltung damit eine feste Institution in der Ausbildung der regionalen Gastronomie. Deren Bedeutung für Stadt und Landkreis unterstrich Bürgermeister Burkhard Jasper: Für das Bestreben Osnabrücks, die Touristenzahlen zu steigern, sei hochwertige Gastronomie ein wichtiger Schlüssel. Ebenso für das Osnabrücker Land mit seinen Kurorten: „Die Leute kommen schließlich besonders dann gerne, wenn ihnen etwas geboten wird“, so Jasper. BSZW-Schulleiterin Katharina Nolte lobte das Engagement der teilnehmenden Auszubildenden, die sich der Herausforderung parallel zu Anforderungen ihres Berufs- und Schulalltages stellten. Zudem dankte sie allen Helfern, die mit ihrem Einsatz die Veranstaltung überhaupt erst ermöglichten.

Neben Auszubildenden der Sparten „Restaurant-“ und „Hotelfachkraft“ beteiligten sich angehende Köche und Systemgastronomen am Wettbewerb. Dessen Ausgestaltung stand in diesem Jahr unter dem Motto „Die vier Jahreszeiten“. Mal die berühmten Violinenkonzerte Giuseppe Verdis reflektierend, mal mit den verschiedenen Jahresabschnitten im Fokus hatten die künftigen Restaurant- und Hotelfachkräfte Tische für ein mehrgängiges Menü eingedeckt und dekoriert. Dazu wurden eigens kreierte Cocktails gereicht. Aufgabe der Köche war es, aus einem vorab festgelegten Warenkorb ein Drei-Gänge-Menü inklusive Dessert zu schaffen. Die Auszubildenden im Bereich der Systemgastronomie mussten unter anderem ein Veranstaltungskonzept entwickeln. Zudem zeichneten sie verantwortlich für den „Gruß der Küche“, der den geladenen Gästen – Vertreter beteiligter Verbände und der Stadt, Sponsoren und Mitgliedern von Schulleitung – eingangs gereicht wurde.

Platzierungen:

Fachleute für Systemgastronomie: 1. Angela Schwabbbauer, 2. Vanessa Legrom, 3. Vanessa Trettin (allesamt Systemgastronomie Christian Eckstein)

Hotelfachleute: 1. Steffen Schröer (Hotel Walhalla, Osnabrück), 2. Julian Meyer (Parkhotel Osnabrück), 3. Kerstin Aufderhaar (Hotel Restaurant Bergeshöhe Mettingen);

Köche: 1. Kerstin Scholz (Landidyll Gasthof Zum Freden, Bad Iburg), 2. Ina Bovenschulte (Restaurant Alte Küsterei, Wallenhorst), 3. Dana Woodhouse (Restaurant Alte Posthalterei, Osnabrück);

Restaurantfachleute: 1. Celine Love (Restaurant Leonardo, Osnabrück), 2. Saskia Langemeyer (Café-Restaurant Am Rubbenbruchsee, Osnabrück), Lena Niehaus (Bernd Hanser Theater-Gastronomie, Osnabrück);

Bester Schautisch (Kreativpreis der Gäste): Hotelfachfrau Kerstin Aufderhaar (Hotel Restaurant Bergeshöhe, Mettingen).


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