Osnabrücker Musikpreis Osnabrück: Viertklässler treffen Musikpreisträger

Von Markus Pöhlking

Musik-Probierstunde im Orchesterstudio des Osnabrücker Theaters: Preisträger und Pianist Kang-Un Kim arbeitet mit sieben Kindern (4. Klasse) vom Hort Rosenkinder. Fotos: Gert WestdörpMusik-Probierstunde im Orchesterstudio des Osnabrücker Theaters: Preisträger und Pianist Kang-Un Kim arbeitet mit sieben Kindern (4. Klasse) vom Hort Rosenkinder. Fotos: Gert Westdörp

Osnabrück. Wie funktioniert eigentlich ein Flügel? Und: Wie tickt ein professioneller Musiker? Die Suche nach Antworten auf diese Fragen führte eine Gruppe von Viertklässlern des Rosenkinder-Hortes am Donnerstag ins Theater.

Genauer gesagt ins dortige Orchesterstudio: Kang-Un Kim , diesjähriger Träger des Osnabrücker Musikpreis es, empfing die Kinder dort, um zu plaudern. Über die Musik, sein Leben – und die Sache mit dem Lampenfieber.

Manches, was Kim berichtete, hätte man so vielleicht nicht erwartet: Er habe keinen eigenen Flügel und nicht mal ein Klavier.

Dafür habe er aber zwischenzeitlich ein sehr differenziertes Verhältnis gepflegt zu dem Instrument, für dessen Beherrschung er mehrmals ausgezeichnet ist: „Ich habe mit vier Jahren angefangen zu spielen“, erzählte Kim den Kindern. „Ich habe es am Anfang gehasst und schnell wieder gelassen.“ Der Grund: seine Lehrerin. „Sie war sehr streng mit mir. Sie war nämlich meine Mutter“, so Kim mit süß-säuerlicher Leidensmiene.

Erst ein Freund habe später wieder das Interesse am Instrument geweckt, da war er vierzehn. „Das Ganze nahm schnell professionelle Züge an.“

Der in Kanada aufgewachsene Koreaner studiert seit 2007 in München an der Hochschule für Musik und Theater, wurde unter anderem beim ARD-Fernsehpreis prämiert. Am Montag folgt offiziell die Auszeichnung mit dem Osnabrücker Musikpreis.

Im Rahmen der Übergabe stand auch die Begegnung der Schulkinder mit dem Pianisten: Der Preis wird durch die Werner-Egerland-Stiftung ermöglicht, daran geknüpft sei neben Talent auch soziales Engagement der Prämierten: „Wir möchten das gerne nutzen, um klassische Musiker mit Kindern zusammenzubringen, die von Haus aus eher selten damit in Berührung kommen“, erläuterte Johannes Dälken vom Stiftungsvorstand den Hintergrund der Aktion.

Mit der Musikpädagogin Laura Herbl hatten die Kinder zuvor in einer Unterrichtseinheit das Treffen vorbereitet.

Nach einer kurzen Einführung in die Funktionsweise seines Instrumentes beantwortete Kim Fragen zu professionellen wie privaten Inhalten: Klar habe er manchmal Heimweh, und sein Lieblingsgericht seien Rouladen. Ob im Konzert schon mal was Peinliches passiert sei, interessierte die neunjährige Colette. „Ich habe mal die Noten vergessen und musste stoppen. Das war schrecklich“, erinnerte sich Kim.

Und bekannte auf eine andere Frage, ihm sei vor einem Konzert häufig unwohl: „Gegen Lampenfieber kann man nichts tun. Nur rausgehen und spielen. Dabei fängt man dann an, sich wunderbar zu fühlen.“