Soll übererfüllt Tunnelabriss am Neumarkt womöglich zwei Monate früher fertig

Vor dem H&M-Gebäude wird auch die Sohle ausgegraben, um die Fläche für das Baulos 2 vorzubereiten. Foto: Jörn MartensVor dem H&M-Gebäude wird auch die Sohle ausgegraben, um die Fläche für das Baulos 2 vorzubereiten. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Ein dickes Lob auf die Kommunikation aller Beteiligten untereinander – das ist es, was Projektleiter Lutz Vorreyer im Gespräch zum Stand der Bauarbeiten am Neumarkt immer wieder betont. Und so, wie es aussieht, sind die zwei Monate, die die Baustelle derzeit vor dem Plan ist, tatsächlich der beste Beweis dafür, das Reden Gold ist.

Denn eine zügige Abwicklung der Baustelle ist für alle Beteiligten bares Geld – auch für die Osnabrücker Geschäftswelt, die derzeit unter den mit dem Abbruch des Tunnels verbunden Behinderungen leiden muss. Wenngleich nach Auskunft aller Beteiligten, die Auswirkungen nicht so groß sind, wie zunächst befürchtet.

Das gilt auch für den Autoverkehr. Zwar kommt es auf den Wällen immer mal wieder zu Behinderungen, das befürchtete Verkehrschaos allerdings ist bislang ausgeblieben. „Wir haben mehrere Zählungen an den Verkehrsknotenpunkten am Wall gemacht“, sagt Jürgen Schmidt vom Fachdienst Straßenbau. Die Auswertungen lägen allerdings noch nicht vor. „Auf jeden Fall haben die Bauarbeiten von der Sperrung profitiert“, sagt Vorreyer.

Beachtliche Geschwindigkeit

Für den Beobachter ist die Geschwindigkeit beachtlich, mit der der Tunnel bislang ausgegraben und die Verkehrsflächen zunächst provisorisch wieder hergestellt wurden. „Aber“, so schränkt Vorreyer allzu große Euphorie ein, „der Teufel steckt im Detail.“ Die großen Flächen seien naturgemäß schnell abzuarbeiten gewesen, jetzt aber ginge es in die Randbereiche zwischen Sportarena und H&M. „Der größte Abstand zwischen den Versorgungsleitungen beträgt hier 18 Zentimeter“, nennt Vorreyer die Aufgabe beim Namen.

Größerer Zeitaufwand

Deshalb rechnet er für die Erneuerung der Hausanschlüsse auch mit einem im Verhältnis wesentlich größerem Zeitaufwand als bei den Arbeiten in der Fläche. Es werde zu einem für die Bürger zunächst schwer verständlichen weiteren Bauverlauf kommen: Die Tiefbauer werden zunächst einmal die „groben“ Arbeiten erledigen und die Baugrube verfüllen. Danach wird die Strecke nach und nach von den Stadtwerken wieder geöffnet, um die Anschlussarbeiten zu erledigen. Ein paraeles Arbeiten biete sich nicht an, da die filigrane Vernetzung zu zeitaufwendig ist, als das der Rest der Bauarbeiten auf langer Strecke darauf warten könnte.

Auswirkungen für Anlieger gering halten

„Nur so können wir auch die Auswirkungen auf die Anlieger so gering wie möglich halten“ , erläutert Vorreyer.

Aufwendiger als an anderen Stellen des Neumarktes werden auch die Abbrucharbeiten vor H&M sein. „Hier werden wir auch die Sohle des Tunnels aus der Erde holen“, sagt Vorreyer. Dies geschehe mit Hinblick auf das sogenannte Baulos 2. Für einen Neubau in diesem Bereich wäre der Verbleib der dicken Betonschicht im Erdreich ein im wahrsten Sinne des Wortes massives Hindernis. Deshalb werden die zur Disposition stehenden etwa 700 Quadratmeter sozusagen besenrein hinterlassen.

Ende im Spätsommer

Laufen die Bauarbeiten so weiter wie bislang, könnten sie schon im Spätsommer – geplant war Oktober – abgeschlossen sein. Bis dahin wird es noch einmal eine Verlegung der Querung von der Großen Straße in die Johannisstraße geben und auch die Haltestellen werden sicherlich noch eine Veränderung erfahren. Dies wird spätestens der Fall sein, wenn der Abriss von Kachelhaus und Ypso beginnt.

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