„Moot Court“-Wettbewerb 2015 Osnabrücker Jura-Studenten simulieren die Praxis

Normalerweise sind in diesem Gerichtssaal Profi-Juristen am Werk. Dass aber auch Jura-Studenten schon überzeugende Auftritte vor Gericht absolvieren können, demonstrierten die Teilnehmer des „Moot Court“-Wettbewerbs. Foto: Gert WestdörpNormalerweise sind in diesem Gerichtssaal Profi-Juristen am Werk. Dass aber auch Jura-Studenten schon überzeugende Auftritte vor Gericht absolvieren können, demonstrierten die Teilnehmer des „Moot Court“-Wettbewerbs. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Ein echter Fall und – derzeit noch – falsche Juristen: Beim „Moot Court“-Wettbewerb 2015 mussten Osnabrücker Jura-Studenten im Landgericht über einen Unfall in einer Waschanlage verhandeln. Das Sieger-Team hat sich für den norddeutschen Regionalentscheid qualifiziert.

Wo sich die Gewinner des Lokalentscheides mit den Siegern der anderen Unis messen, steht laut Laura Müller vom hiesigen Verband der Nachwuchs-Juristen-Organisation Elsa (European Law Students’ Association) noch nicht fest. Sicher ist allerdings, wer die Osnabrücker Farben vertreten wird: Ida Rüffer und Max Krenzin konnten sich unter den lediglich vier teilnehmenden Teams durchsetzen. 2014 waren es noch 13 Paare gewesen, die um den Titel der besten angehenden Juristen in Osnabrück wetteiferten.

„Die Teilnehmerzahl erklärt sich dadurch, dass wir in diesem Jahr kaum Werbung gemacht haben“, sagte Hans Schulte-Nölke. Der Jura-Professor ist die treibende Kraft hinter dem Osnabrücker Moot Court, was sich mit „fiktives Gericht“ übersetzen lässt. Schulte-Nölke organisiert die Veranstaltung seit vielen Jahren und trat auch in diesem Jahr wieder als Vorsitzender Richter und Juror in Aktion. Während die 13 Teams aus dem Vorjahr die vorhandenen Kapazitäten überstiegen hätten, sei die Teilnehmerzahl in diesem Jahr natürlich etwas enttäuschend gewesen. „Acht Teams wären ideal, ich bin zuversichtlich, dass wir das im nächsten Jahr hinkriegen“, sagte Schulte-Nölke.

Verhandeln mussten die Teilnehmer einen realen Fall: Der Mitarbeiter eines Unternehmens hatte einen Firmenwagen in einer Tankstellenwaschanlage gereinigt, wobei sich ein in der Waschstraße installierter Hochdruckreiniger selbstständig machte und das Auto beschädigte. Die vier Teams mussten nun abwechselnd in einem fiktiven Zivilprozess die Rolle von Kläger und Beklagtem einnehmen und um möglichen Schadenersatz streiten. „Der Fall ist mitten aus dem Leben gegriffen und gibt eine Menge Raum zum Argumentieren“, sagte Hans Schulte-Nölke.

Diesen Raum nutzten Ida Rüffer und Max Krenzin am besten. Das Gericht lobte vor allem ihre fachliche Vorbereitung. Richterin am Landgericht Dagmar Winkelsträter: „Unsere Hochachtung dafür, wie Sie juristisch argumentiert haben – das war wirklich ganz großartig!“

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