Bewegendes Video aus Angers Trauermarsch aus Angers als Vorbild für Osnabrück


Osnabrück. Die Deutsch-Französische Gesellschaft Osnabrück sieht ein Video vom Trauermarsch um Charlie aus der Partnerstadt Angers als Vorbild für das geplante Gedenken am Freitag um 12 Uhr am Osnabrücker Marktplatz. Der dreiminütige Clip von dem Marsch der 45. 000 Angeviner am Sonntag lässt alleine die Kraft der Bilder sprechen.

„Das ist wirklich eine beeindruckende Reaktion der Angeviner Bürger, aber auch ein ausgezeichnet gemachter Clip, der emotional anspricht“, betont Bernd Käsebier, der Vorsitzende der Deutsch-Französischen Gesellschaft Osnabrück (DFG). Er hofft, dass ein Funke davon am Freitag auf die Versammlung am Rathaus überspringt.

Der Clip stammt vom Chef einer jungen Firma für Kommunikation „Simix C&E“, Simon Ickx, und seinen Kollegen Seyson Meyer sowie Camille Pourcel. 15 Stunden lang hat das Trio nach dem Trauermarsch von Sonntag an dem Video gearbeitet, „um nach dem Marsch nicht das Gefühl für die Stimmung an diesem historischen Tag zu verlieren“, wie Ickx es beschreibt. In dem Video säumen Tausende Menschen aller Altersgruppen die Straßen, schwenken die Nationalflagge, umarmen sich, halten Karikaturen von Charlie Hebdo, „Je suis Charlie“-Schilder und Stifte in die Luft.

Den bewegenden Clip des 23-jährigen Angeviners vom Trauermarsch in Angers finden Sie hier .

Ickx erklärt seine Motivation für sein emotionales Dokument der Zeitgeschichte: „Ich verlange kein Geld dafür. Ich mache das, weil mich das Attentat sehr bewegt hat. Ich bin in Paris geboren, viele Freunde von mir sind Journalisten und mit meinen Eltern, die für Ärzte ohne Grenzen arbeiten, bin ich von Pakistan bis USA durch die Welt gereist. Deshalb bin ich besonders freiheitsliebend und widme dieses Video nicht nur den 17 Opfern der Attentate von Paris, sondern allen Menschen auf der Welt, die sich für die Meinungsfreiheit eingesetzt haben und dafür ihr Leben lassen mussten.“

Käsebier erwartet, dass die geplante Schweigeminute die Betroffenheit und Trauer aller Osnabrücker Bürger über die verbrecherischen Taten und ihre Opfer in Paris ausdrückt. „Es wäre schön, wenn als Zeichen der Solidarität und des Zusammenhalts mit Frankreich und mit unserer Partnerstadt Angers ein Sprecher - am besten der Oberbürgermeister, in einer kurzen Ansprache deutlich machte, dass die Friedensstadt Osnabrück aufsteht gegen jedweden Hass, Terror, Mord und gegen den Angriff auf das hohe Gut der Meinungsfreiheit.“

Der Sprecher der Stadt Osnabrück, Sven Jürgensen, erwartet bei der gemeinsamen Schweigeminute am Freitag vor dem Rathaus Hunderte Osnabrücker. „Das freiheitliche Europa wurde angegriffen. Das geht uns alle an“, erklärt er. Leider habe dieses Gedenken in der Friedensstadt organisatorisch nicht schon früher stattfinden können, „weil Osnabrück auch alle Religionsgemeinschaften mit ins Boot holen wollte“. Er hofft, dass das öffentliche Leben um 12 Uhr komplett zum Stillstand kommt und alle innehalten. Um 11.55 Uhr werden die Glocken von St. Marien und vom Dom läuten. „Dann wird Oberbürgermeister Wolfgang Griesert eine kurze Rede halten und deutlich machen, warum alle hergekommen sind“, erklärt Jürgensen. Auch jeweils ein Vertreter der Christen, Juden und Muslime in Osnabrück soll bei der gemeinsamen Trauerveranstaltung zu Wort kommen. So bewegend wie in Angers wird das Gedenken in der Friedensstadt damit voraussichtlich nicht ausfallen können, aber sicherlich können die Osnabrücker damit ein starkes Zeichen der Solidarität mit Charlie setzen.

Angers‘ Städtebotschafterin Marie-Océane Vignaud und der stellvertretende Vorsitzende der Deutsch-Französischen Gesellschaft Osnabrück, Jean-Pierre Lecomte hatten im Gespräch mit unserer Zeitung bereits am Mittwoch einen Trauermarsch in Osnabrück gefordert, um den Terroropfern von Paris zu gedenken. Den Artikel dazu finden Sie hier.

Einen 360-Grad-Panorama-Übersicht von dem Trauermarsch der 45000 Angeviner finden Sie hier .


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