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„Angebot zum Teil ausgesetzt“ FMO: Air Berlin streicht (teils) Flüge nach Mallorca

Von Dirk Fisser

Das waren noch Zeiten: Eine Air-Berlin-Maschine startet am FMO. Heutzutage kommt das eher seltener vor. Und manchmal gar nicht. Foto: dpaDas waren noch Zeiten: Eine Air-Berlin-Maschine startet am FMO. Heutzutage kommt das eher seltener vor. Und manchmal gar nicht. Foto: dpa

Osnabrück. Wer in den kommenden Wochen einen Flug mit Air Berlin vom Flughafen Münster/Osnabrück nach Mallorca gebucht hat, kann offenbar nicht sicher sein, dass der Flug ab Greven auch wirklich stattfindet: Die krisengeschüttelte Fluggesellschaft hat den ohnehin überschaubaren Flugplan am FMO im Januar und Februar noch einmal ausgedünnt.

Im Juli hatte eine Leserin unserer Zeitung den Flug in die Sonne gebucht: Vom FMO am 16. Januar nach Mallorca und am 25. Januar wieder zurück. Mit Air Berlin. Die Verbindung auf die Mittelmeerinsel ist die letzte verbliebene Destination, die die Fluggesellschaft noch von Greven aus ansteuert. Im Zuge der Konsolidierung war ein Großteil der Verbindungen gestrichen worden, was die Passagierzahlen am FMO in die Tiefe trieb.

Absage am 30. Dezember

Geblieben ist Mallorca. Mitten in die Urlaubsvorfreude der Leserin aus Osnabrück platzte ihrer Aussage nach am 30. Dezember ein Schreiben der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft: Der Flug ab Greven sei gestrichen. Sie könne ab Düsseldorf fliegen. Warum? Die Leserin begab sich zunächst selbst auf Ursachensuche. Die Auskunft der Fluggesellschaft sei gewesen, der FMO werde generell nicht mehr angeflogen, wie andere Regionalairports auch. Wie bitte? Der stille Abschied des einstigen Umsatzbringers aus Greven?

„Angebot zum Teil ausgesetzt“

Die Pressestellen der Fluggesellschaft und des FMO beschwichtigen: Air Berlin bleibe im Münsterland präsent, heißt es bei beiden. Eine Air-Berlin-Sprecherin ergänzt: In den nachfrageärmeren Monaten Januar und Februar habe die Fluggesellschaft das Angebot „nach Mallorca leicht reduziert und zum Teil ausgesetzt.“ Die Entscheidung sei erst im Laufe des noch gültigen Winterflugplans gefällt worden. Deswegen habe man die Betroffenen nicht rechtzeitiger informieren können. Buchungen erfolgten also möglicherweise noch, als längst klar war, dass die Flüge nie abheben würden.

FMO: Nichts Ungewöhnliches

Für den FMO-Sprecher ist das Vorgehen „nichts Ungewöhnliches“. Für die Leserin schon, die gut zwei Wochen vor Urlaubsbeginn zumindest die Anreise neu planen muss. Rechtens sei das Vorgehen aber auf alle Fälle, so die Air-Berlin-Sprecherin. Sämtliche Fristen seien eingehalten worden. Und die Leserin habe natürlich Anspruch auf Entschädigung.

Weniger milde gestimmt als der FMO ist man gut eine Autostunde weiter südlich: Vom Dortmund Airport hat Air Berlin den kompletten Rückzug angekündigt obwohl bis Oktober noch Flüge für den kommenden Sommer buchbar waren, sagt ein Flughafen-Sprecher. „Davon hatten wir ganz viele Fälle.“

Mehr Mallorca-Flüge ab Mai

Im Gegensatz zu Dortmund bleibt das Unternehmen am FMO präsent, will seine Aktivitäten zum Sommer sogar wieder ausbauen, heißt es. Zwei Mal täglich gehe es ab Mai vom FMO auf die Mittelmeerinsel, so ein Flughafensprecher.

Weitere Informationen auf der Themenseite www.noz.de/fmo


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