Für Anfänger und künftige Profis Die private Schwimmschule 32 in Osnabrück


Osnabrück. Zehn mal vier Meter misst das Becken in der Schwimmschule 32. Die Zahl im Namen steht für die mollig-warme Wassertemperatur des 1,35 Meter tiefen Lehrschwimmbeckens. Seit 34 Jahren lernen Babys, Kinder, Erwachsene und auch Spitzensportler dort, wie sie sich richtig im Wasser bewegen. „Basisarbeit“ nennt Betreiber Rudolf Devantier das, was er sechs Tage die Woche mit zehn Mitarbeitern in der Blumenthalstraße im Stadtteil Westerberg macht.

Ein zehn Meter langes Becken ist nicht fürs Leistungsschwimmen konzipiert. Vielmehr geht es im kleinen Lehrschwimmbecken darum, die korrekten Techniken zu erlernen und ein Gefühl für das Wasser zu entwickeln. Darum auch die 32 Grad. Wer bibbernd am Beckenrand steht, dann vielleicht noch Angst hat und sich nicht traut, hat keine guten Voraussetzungen, das flüssige Element für sich zu entdecken. Dann lieber warm und gemütlich.

„Es ist erstaunlich, wie viele Menschen im Kindesalter nicht schwimmen lernen oder Angst davor haben“, sagt Devantier, selbst Vater von drei erwachsenen Töchtern. Als ehemaliger Leistungs- und Rettungsschwimmer ist es ihm eine Herzensangelegenheit, den Spaß am Schwimmen zu vermitteln. Mit seiner Schwimmschule richtet er sich mittlerweile an alle erdenklichen Zielgruppen: an drei Monate alte Babys, Kinder, Schwangere, Erwachsene, Senioren und Spitzensportler. Ursprünglich war das Angebot auf Kinder ausgerichtet. Dann kam die Nachfrage auch von diversen anderen Seiten. „In der Schule ist es schwer, schwimmen zu lernen“, erklärt sich Devantier die Nachfrage. Auch in den großen Hallenbädern seien die Bedingungen nicht immer optimal. In großen Gruppen kämen gerade diejenigen, die eher ängstlich veranlagt sind, oft nicht auf ihre Kosten. Darüber hinaus sei das Babyschwimmen immer noch vergleichsweise neu und Anfang der Achtziger eine große Besonderheit gewesen. Der Wandel ist ganz im Sinne des Schwimmprofis. Wobei es ihm nicht darum geht, die Dinge zu übertreiben, sondern sie richtig zu machen.

„Als ich mit 13 oder 14 fünf- mal die Woche trainieren sollte, habe ich keinen Bock mehr gehabt“, sagt der Leiter der Schwimmschule. Er wechselte vom Sportverein zur DLRG, und wie alle guten Schwimmer war er dort bald dazu berufen, jüngeren Kindern das Schwimmen beizubringen.

Aus einem Hobby wurde eine Geschäftsidee. Als Rudolf Devantier Anfang der Achtziger von Berlin nach Osnabrück kam, war das Wohnhaus an der Blumenthalstraße mit integriertem Schwimmbad gerade neu gebaut worden und suchte Mieter. So entstand mitten im Wohngebiet die Schwimmschule 32, die mittlerweile auch ein Pendant in Neuenkirchen bei Rheine hat und durch den integrierten Kinder- und Bademodeladen „Rullepux“ ergänzt wird.

Die Schwimmer, die das Bad in Anspruch nehmen, könnten unterschiedlicher nicht sein: Gerade gehen Schwangere für den Aquafitness-Kurs ins Wasser. Vorher waren bereits drei Babygruppen im Wasser, wobei es dabei eher um die Mütter gehe, wie Devantier erzählt: „Sie sollen lernen, was sie im Wasser mit ihren Kindern machen können.“ Später kommen noch die Senioren, anschließend die Erwachsenen. Rudolf Devantier räumt ein: Über Wasser halten können sich viele von ihnen. Doch ihm ginge es um das richtige Schwimmen. „Das Gefühl, im Wasser zu gleiten.“

Vor einiger Zeit sei ein „top durchtrainierter Sportstudent“ zu ihm gekommen. Bald soll er Grundschüler unterrichten. In Fußball und Leichtathletik ist er bereits ein Ass – aber auch das Schwimmen muss klappen, um es den Kindern richtig zu vermitteln. Daher nun der Intensivunterricht. Auch ein Triathlet sei in seiner Erwachsenengruppe: Laufen und Radfahren klappt perfekt. Nun wird noch am Schwimmstil gefeilt, um das Optimum herauszuholen.


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