Tourismus als Wirtschaftsfaktor Reisende bringen 460 Millionen Euro nach Osnabrück



Osnabrück. Touristen und Geschäftsreisende bringen jährlich 460 Millionen Euro in die Stadt. „Es lohnt sich, den Tourismus auszubauen und in die Vermarktung von Stadt und Region zu investieren“, sagte die Marketingchefin Petra Rosenbach während des Neujahrsempfanges im Rathaus.

Rosenbach stützte sich auf eine Analyse des Deutschen wirtschaftswissenschaftliches Instituts für Fremdenverkehr in München (dwif) . Demnach verzeichnet Osnabrück zurzeit etwa 400000 Übernachtungen pro Jahr. Hinzu kommen etwa 1,1 Millionen Übernachtungen im sogenannten Sofatourismus. Das sind jene Besucher, die bei Freunden oder Verwandten übernachten. 13 Millionen Tagesreisen werden der Analyse zufolge gezählt.

Die Besucher bringen 460 Millionen Euro in die Stadt, davon fließen nach Angaben Rosenbachs 270 Millionen in den Einzelhandel. 8200 Beschäftigte leben von den Einnahmen aus dem städtischen Tourismusgeschäft. Das Steueraufkommen wird auf 43,6 Millionen Euro pro Jahr taxiert.

Im Landkreis mit seinen Kurorten sind die Zahlen noch deutlich höher. 974 Millionen Euro Umsatz erzeugt der Besucherverkehr, 19000 Menschen beziehen ihre Einkommen aus der touristischen Nachfrage. Das Steueraufkommen liegt demnach bei 94 Millionen Euro.

„Das Marketing ist kein teures Hobby, das sich Stadt und Landkreis leisten“, sagte Petra Rosenbach. „Jeder Euro ist gut angelegt, denn er fließt vielfach in die Kassen zurück.“

In diesem Jahr steigt die Zahl der Hotelbetten in Osnabrück um 40 Prozent. Rosenbach: „600 zusätzliche Hotelbetten! Das ist eine Herausforderung.“ Rosenbach, die seit einem Jahr im Amt ist, will die Marketingstrategie auf Zielgruppen wie Radtouristen, Kulturinteressierte, Eventbesucher oder Genießer zuspitzen und ihnen buchbare Gesamtpakete anbieten. So werden Hotelaufenthalte mit Theateraufführungen, der Kulturnacht oder Museumsbesuchen kombiniert, das Open-Air-Doppelkonzert im kommenden Sommer wird als Paket vermarktet, Genussreisende aus aller Welt lassen es sich bei Thomas Bühner im „La Vie“ und anderen Spitzenhäusern der Region gut gehen. Dass viele Niederländer die Friedensstadt vor allem in der Weihnachtsmarktzeit schätzen, ist keine neue Erkenntnis. Neu ist, dass das Stadtmarketing jetzt mit einem Reiseveranstalter in den USA zusammenarbeitet. Immer mehr Amerikaner, so Rosenbach, besuchten auf ihrer Europatournee nicht nur Berlin und Hamburg, sondern auch kleine Städte wie Osnabrück, wo sie das „authentische deutsche Leben abseits der ausgetretenen Pfade“ erleben wollten.

Leitthema Baustelle

Knapp 200 Geschäftsleute, Gastronomen, Marketingexperten und Politiker waren der Einladung von Tourismusverband, City-Marketing (OCM) und Stadt gefolgt. Das Leitwort hieß „Baustelle“ – wovon es in Osnabrück zurzeit reichlich gebe, sagte Oberbürgermeister Wolfgang Griesert. Sie brächten zwar Unannehmlichkeiten mit sich, seien aber Ausdruck der großen Dynamik des Standortes Osnabrück.

Die Vorsitzende des Osnabrücker City Marketings, Ira Klusmann, plädierte in ihrer nachdenklichen und zugleich humorigen Rede dafür, die Freiheit in unserer Demokratie, selbst entscheiden und wählen zu können, öfter zu nutzen und sich aktiv in die Entwicklung der Stadt einzubringen.


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