Schlusslicht bei Tariferhöhung Mahnwache der Caritas-Mitarbeitervertretungen in Osnabrück

Mahnwache vor dem Theatervorplatz: Die Mitarbeiter fordern einen höherern Tarif von der Caritas. Foto: Klaus LindemannMahnwache vor dem Theatervorplatz: Die Mitarbeiter fordern einen höherern Tarif von der Caritas. Foto: Klaus Lindemann

Osnabrück. Am Mittwoch findet in Hannover die vierte Verhandlungsrunde zwischen Caritas-Arbeitgebern und -Mitarbeitern in Niedersachsen und Bremen statt. Dreimal sind die Gespräche über die ausstehende Tariferhöhung bereits gescheitert.

Jetzt soll es endlich eine Entscheidung geben, fordern die Mitarbeitervertretungen (MAV) in der Region Nord. Deshalb hatten sie am Montag alle Mitarbeiter aus den Bistümern Hildesheim, Osnabrück und dem Offizialatsbezirk Oldenburg zu einer Mahnwache in Osnabrück aufgerufen.

Am Morgen hatte sich zunächst nur eine kleine Gruppe Caritas- Mitarbeiter auf dem Theatervorplatz versammelt. Gegen Mittag, wenn der Frühdienst in Krankenhäusern und Altenheimen zu Ende sei, werden mehr Teilnehmer erwartet, erklärte MAV-Sprecher Josef Haslöwer. Für den Nachmittag habe sich sogar eine Delegation aus dem Emsland angemeldet. Offiziell streiken und ihre Arbeit niederlegen dürfen die Mitarbeiter des katholischen Wohlfahrtsverbands nach kirchlichem Arbeitsrecht nicht. „Diejenigen, die hierher kommen, opfern dafür ihre Mittagspause oder ihre Freizeit“, so Haslöwer.

Zum ersten Mal sei die Region Nord das Schlusslicht bei der Umsetzung der auf Caritas-Bundesebene empfohlenen Tariferhöhung
von 5,4 Prozent. In Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen haben sich die zuständigen Regionalkommissionen längst auf Kompromisse geeinigt. Sogar in der Region Ost, die bislang immer als letzte zu einer Entscheidung kam, habe man mittlerweile eine einvernehmliche Regelung getroffen. Die rund 42000 Caritas-Mitarbeiter in Niedersachsen und Bremen fordern eine zweistufige Gehaltserhöhung von 3 Prozent rückwirkend zum 1. Juli 2014 und eine weitere von 2,4 Prozent zum 1. März 2015. Die Dienstgeber von der Caritas wollen diese Gehaltssteigerungen erst zum 1. Januar und 1. Oktober 2015 in Kraft treten lassen. Speziell für die stationäre Altenpflege soll ihrer Auffassung nach der zweite Schritt sogar auf den 1. Januar 2016 verschoben werden. „Das bedeutet für die Caritas-Beschäftigten in den Krankenhäusern, Verbänden, Heilpädagogischen und weiteren Einrichtungen Einbußen von bis zu 1000 Euro“, so Haslöwer.Auch den Alternativvorschlag des Dienstgebers, die bundesweiten Tarifbeschlüsse umzusetzen, dafür aber die Gehaltssteigerungsstufen in der Altenpflege von sechs auf drei aufzuteilen, lehnt die Mitarbeiterseite ab. „Wir ziehen solidarisch an einem Strang,“ erklärte Haslöwer bei der Mahnwache. „Wir wollen nicht, dass die Altenpflege von der Einkommensentwicklung abgespalten wird.“

Wenn Träger und Einrichtungen in finanziellen Schwierigkeiten seien, gebe es über den sogenannten „dritten Weg“ immer noch die Möglichkeit, bei den Regionalkommissionen Absenkungsanträge zu stellen, um Arbeitsplätze zu erhalten und dem Haus eine Perspektive zu geben, sagt Haslöwer. „Aber wir akzeptieren nicht länger, dass wir hier im Norden angeblich das Armenhaus unter den Caritas-Regionen sein sollen.“


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