Inhaber der Bäckerei Wellmann schlägt zu Max-Bahr-Grundstück in Osnabrück verkauft – was kommt nun?

Das ehemalige Max-Bahr-Gelände an der Lengericher Landstraße. Foto: Michael GründelDas ehemalige Max-Bahr-Gelände an der Lengericher Landstraße. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Der ehemalige Baumarkt Max Bahr an der Autobahnauffahrt Hellern hat einen neuen Besitzer: Der Inhaber der Bäckerei Wellmann, Johannes Külkens, will aber noch nicht verraten, was aus diesem „Sahnestück“ werden soll.

Mitte 2013 hatte die Baumarktkette Max Bahr im Sog der Praktiker-Pleite Insolvenz angemeldet. Monatelang bangten die etwa 30 Mitarbeiter der Osnabrücker Filiale an der Lengericher Landstraße um ihre berufliche Zukunft, bis Anfang 2014 der Insolvenzverwalter das endgültige Aus verkündete und den Warenbestand verramschen ließ. Eigentümer der Immobilie war der Finanzinvestor Moor Park, der die Max-Bahr-Märkte 2007 nach Medienberichten für 800 Millionen Euro übernommen hatte.

„Sahnegrundstück“

Der Geschäftsführer der Bäckerei Wellmann und Chef der J. + N. Külkens Immobilien GmbH, Johannes Külkens, bestätigte auf Anfrage den Kauf der 12000 Quadratmeter großen Liegenschaft. „Wir haben Max Bahr schon im Februar gekauft, aber öffentlich nicht darüber gesprochen“, sagt der Unternehmer, der über den Kaufpreis keine Angaben machen will. Külkens spricht von einem „Sahnegrundstück in allerbester Lage“, lässt sich über die künftige Nutzung aber noch nicht aus. Nur so viel: „Wir sind in Gesprächen mit der Stadt.“

Vorbild Weidencarré?

Die Gespräche sind nötig, weil der fast 44 Jahre alte Bebauungsplan („Spitze/Hellern“) voraussichtlich geändert werden muss, um Külkens hier Entfaltungsmöglichkeiten zu schaffen. Der Bebauungsplan weist die Fläche als Mischgebiet aus. Ein Baumarkt wäre weiterhin zulässig, aber dieses Segment gehört nicht zu Külkens Portfolio. Die Zeichen stehen eher auf eine Einzelhandelsnutzung nach dem Vorbild des Weidencarrées in der Wüste. Die Külkens Immobilien GmbH entwickelte 2012 das sehr erfolgreiche Quartierszentrum an der Weidenstraße mit Apotheke, Lebensmitteldiscounter, Bäckerei, Drogerie, Bio-Supermarkt und Arztpraxen.

Politik am Zug

Franz Schürings, Leiter des Fachbereichs Städtebau im Rathaus, sagt, bei den Planungen für den ehemaligen Baumarkt greife das Märkte- und Zentrenkonzept der Stadt. Die Politik müsse entscheiden, inwieweit die Pläne des neuen Eigentümers damit vereinbar seien. Das Märkte- und Zentrenkonzept steuert die Einzelhandelsentwicklung in der Stadt, damit sich nicht ungewollt Handelsschwerpunkte auf der grünen Wiese ausbreiten können. Es legt auch die Stadtteilzentren und Nahversorgungsbereiche fest.


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