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30.12.2014, 15:53 Uhr KOMMENTAR

Flugblatt-Aktion: Die unsichtbare Rechte in Osnabrück

Ein Kommentar von Wilfried Hinrichs


Demo gegen eine Kundgebung der NPD am Bahnhof in Osnabrück (August 2013). Archivfoto: Egmont SeilerDemo gegen eine Kundgebung der NPD am Bahnhof in Osnabrück (August 2013). Archivfoto: Egmont Seiler

Osnabrück. Die NPD kommt als Biedermann daher. Unter dem Deckmantel einer „Bürgerinformation“ schüren die Rechtsextremen in Osnabrück Ängste, um sich zugleich als Schutzpatron und Retter anzubiedern. Zu Recht schwappt eine Welle der Empörung über den Westerberg.

Bemerkenswert ist nicht der Inhalt des Blattes. Der reduziert sich auf die aus der rechten Ecke bekannten Bedrohungsszenarien und Verschwörungstheorien. Bemerkenswert ist viel mehr die Tatsache, dass ein altgedienter Oldenburger NPD-Rentner und ehemaliger Landesvorsitzender seinen Namen als Ansprechpartner hergeben muss, weil sich kein Osnabrücker Gesinnungsfreund mit Namen und Gesicht in die Öffentlichkeit traut.

Hier geht es zum Artikel „Empörung über NPD-Flugblätter in Osnabrück“.

Der Innenminister hat recht: Die NPD hat in der Friedensstadt keinen Boden. Bei Kommunalwahlen steht sie schon seit Jahrzehnten nicht mehr auf der Liste. Vor diesem Hintergrund bekommt die Flugblatt-Aktion vielleicht schon mehr öffentliche Aufmerksamkeit, als sie verdient hätte.

Dass die Rechten in Osnabrück unsichtbar sind, darf aber niemanden dazu verleiten, das rechte Potenzial zu unterschätzen. Also: Wachsam sein!


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