Kater nicht erlaubt Neujahrskonzert in Osnabrückhalle erfüllt Musikwünsche

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Gut vorbereitet: GMD Andreas Hotz. Foto: Jörn MartensGut vorbereitet: GMD Andreas Hotz. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Andreas Hotz dirigiert beim Osnabrücker Neujahrskonzert die Werke, die beim Publikum die höchste Gunst genießen. Im Gespräch erklärt Osnabrücks Generalmusikdirektor außerdem, warum für seine Musiker eine Null-Promille-Grenze gilt.

Einen Kater dürfen sich die Orchestermusiker beim Neujahrskonzert nicht erlauben. Ihr Chef Andreas Hotz erklärt: „Diese Stücke sind so anspruchsvoll, mit dem geringsten Promille wäre da Schluss.“ Überhaupt müsse die besinnliche Zeit am Theater verschoben werden.

„Wir haben Weihnachten noch den Figaro gespielt, gleich am 27. gingen die Proben für das Neujahrskonzert los, die Zeit zwischen den Jahren ist also eine sehr geschäftige Zeit. Damit andere sich genüsslich im Konzert entspannen können, arbeiten wir gerne. Aber danach lade ich das Orchester zum Umtrunk ein.“

Als „unser populärstes Konzert“ bezeichnet der Generalmusikdirektor (GMD) das Neujahrskonzert gleich zu Beginn des Gesprächs. „Wir erreichen damit immer wieder ein Publikum, das vielleicht nicht zu den Abonnenten unserer normalen Konzerte zählt. Der Reiz an der Sache ist natürlich die Mischung mit klassischer Unterhaltungsmusik von höchster Qualität. Ich wäre fern davon, nur die leichten Gassenhauer zu spielen, aber es soll natürlich diese Energie frei werden, die man sich von einem Neujahrskonzert wünscht.“

Wie bereits vor einem Jahr durfte das Publikum vor Weihnachten einen Wunschzettel ausfüllen und so das Repertoire selbst bestimmen. Das Ergebnis dürfte Andreas Hotz liegen, denn nicht nur die obligatorischen Walzer und Polkas der diversen Sträuße schafften den Sprung aufs Konzertprogramm, sondern auch Raritäten wie etwa ein „Teufelstanz“ von Joseph Hellmesberger. „Der war ein ganz berühmter Geiger. Er hatte ein berühmtes Streichquartett, war aber zugleich Konzertmeister und Komponist, eine richtige Wiener Größe. Aber hier – völlig unbekannt!“

Mit die meisten Stimmen erhielt außerdem Tschaikowskys Fantasieouvertüre zu „Romeo und Julia“. Das Programm hat daher in der ersten Hälfte einen slawischen Schwerpunkt, der außerdem Liszts zweite „Ungarische Rhapsodie“ und Rimski-Korsakows „Hummelflug enthält, nach der Pause geht’s dann wienerisch weiter. Ganz am Ende steht Franz von Suppés Ouvertüre zu „Pique Dame“ – nicht nur Tschaikowsky hat den Puschkin-Stoff vertont! Dieses Werk stand nicht auf der Liste, sondern irgendjemand hat es als „speziellen Musikwunsch“ angegeben. „Wir hatten auch vor einem Jahr eine Ouvertüre von Suppé im Programm, insofern ist es eine schöne Fortsetzung. Und es ist ein sehr effektvolles Werk.“

Wie jedes Jahr soll auch diesmal Klaus Wallendorf als Conférencier witzig und geistreich durch das Programm führen. Andreas Hotz: „Wie ich ihn kenne, eine Garantie, dass man was zu lachen hat.“

Das Konzert beginnt Neujahr, 17 Uhr, in der Osnabrück-Halle.


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