Der Soldat Anton Bantock Osnabrücker Museum erhält britisches Tagebuch



Osnabrück. Der Brite Anton Bantock war 1952 ein halbes Jahr lang als Soldat im Artillerieregiment in der Kaserne am Limberg stationiert. Während dieser Zeit führte er ausführlich Tagebuch und fertigte Skizzen an, schrieb sogar eigene Theaterstücke. Kopien des aufgearbeiteten Tagebuchs hat der heute 80-Jährige dem Kulturgeschichtlichen Museum zur Verfügung gestellt.

Frank Henrichvark hatte Bantock 2013 für das Buch „Jeder zehnte Osnabrücker war Engländer. Die britische Ära und der Konversionsprozess“ interviewt: „Bantock hat seine Erlebnisse für die Familienchronik dokumentiert. Seinen Aufenthalt in Deutschland hat er als Zeit der persönlichen Weiterentwicklung genutzt.“ Neben der Beschreibung des Kasernenalltags und seiner unterschiedlichen Aufgaben dort zeichnete der damals 18-Jährige unter anderem detailgetreu sein Unterkunftszimmer.

Dieses teilte er sich mit fünf weiteren Soldaten im Gebäude 66 auf dem Kasernengelände am Limberg. Daneben berichtet er von Ausflügen in die noch zu weiten Teilen zerstörte Stadt und die nähere Umgebung. Sogar ein Theaterbesuch stand auf dem Programm. Auf den Spuren der Geschichte seiner Einheit, der sogenannten Mercer’s Troop, die in der Schlacht bei Waterloo gegen Napoleons Truppen kämpfte, skizzierte Bantock den damaligen Weg seiner Einheit.

„Besonders beeindruckend ist sicherlich die Zeichnung von Osnabrück 1952. Allerdings hat Bantock sich hier auch einige Freiheiten herausgenommen und die seinerzeit noch zerstörte Turmspitze der Marienkirche in äußerst fantasievollem Barock sehr kreativ ergänzt“, so Thorsten Heese vom Kulturgeschichtlichen Museum. Paul Barron vom Projektteam Konversion der Stadt pflegt den Kontakt zu Bantock: „Vielleicht kommt Anton Bantock im nächsten Jahr zu Besuch nach Osnabrück.“


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