Weihnachten in der Zirkusfamilie Artisten feiern nach der Vorstellung in der Manege



Osnabrück. Für Zirkusleute sind die Weihnachtstage vor allem eines: Arbeitstage. Dennoch feierten die Roncalli-Mitarbeiter auch Weihnachten – und zwar zusammen im Zirkuszelt.

Heiligabend, 17 Uhr, die Nachmittagsvorstellung im „Circus Roncalli“ war  vorbei. Und im Zelt, wo es sonst Popcorn und andere Leckereien gibt, bereitete unter anderen Gino Edwards die Roncalli-Weihnachtsfeier vor. Der ehemalige Zirkusmann betreibt das Restaurant Heidehof in Harsewinkel, doch davor war er 40 Jahre beim Zirkus – mit einer Pferdedressur und als Gastronomiebetreiber. „Im Zirkus hat man nie Weihnachten“, erklärte er, dennoch vermisse er den Zirkus. Dann baute er weiter das Festtagsessen auf: Entenkeulen, Schweinebraten, Rotkraut und Knödel.

Zwei Stunden später erklang im Zelt Weihnachtsmusik, und die Zirkusleute trudelten nach und nach ein. Mit dabei waren an diesem Abend Ukrainer, Russen, Deutsche, Franzosen, Italiener, Spanier, Rumänen und Polen. Roncalli-Tourneeleiter Harald Ortlepp begrüßte alle, und erklärte: „Manchmal feiern wir zweimal. Wenn wir am 7. Januar noch unterwegs sind, feiern wir auch russische Weihnachten.“

Zu den Zirkusmitarbeitern, die an Weihnachten Besuch von ihren Lieben bekamen, gehörte diesmal Gabor Vosteen. Zu ihm waren nicht nur Frau und Kind gekommen, auch seine Eltern feierten im Zirkuszelt mit. „Es ist einfach ein ganz anderes Erlebnis, und so können wir Weihnachten zusammen sein“, erklärte Heiner Vosteen, dem besonders gut die „internationale Mischung“ der Zirkusleute gefiel. Einige Tische weiter feierte Hula-Hoop-Künstlerin Romina Micheletty. Sie stammt aus einer alten französischen Artistenfamilie. Ihr Vater gastiert derzeit in Leipzig, war aber extra nach Osnabrück gekommen. Auch die Jongleure Gàbor und Péter Csàszàr aus Budapest hatten Besuch. Ihre Mutter begleitet sie schon seit September, und Peters Tochter kommt nach Weihnachten nach Osnabrück. „Wir freuen uns, dass es nach dem Applaus der Vorstellung jemanden gibt, der sich um uns kümmert“, sagte Gàbor Csàszàr über das Fest, und sein Bruder ergänzte: „Es ist schön, dass alle zusammensitzen und feiern.“ Dem konnte Boldojar Alexandru Bogdan aus Rumänien nur zustimmen: „Ich mag es, hier zu sehen, dass wir alle eine große Familie sind.“ Sein Sohn Darrin Alexandru (2) spielte mit seinem ersten Geschenk, doch eigentlich heißt es bei den Rumänen ebenso wie bei den Franzosen: „Santa kommt in der Nacht“, so Bogdan. Und die Geschenke gibt es somit erst am 25. Dezember.


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