Finale der Adventstürchen-Aktion Warten aufs Christkind mit Wolfgang Greisert

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Nur für wichtige Gäste: Oberbürgermeister Wolfgang Griesert zeigte den Kindern bei der Adventstürchen-Führung seine Amtskette. Paula durfte das wertvolle Stück sogar umlegen. Foto: Klaus LindemannNur für wichtige Gäste: Oberbürgermeister Wolfgang Griesert zeigte den Kindern bei der Adventstürchen-Führung seine Amtskette. Paula durfte das wertvolle Stück sogar umlegen. Foto: Klaus Lindemann

lin Osnabrück. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert hat der Adventstürchen-Aktion unserer Zeitung ein gelungenes Finale beschert: Das Stadtoberhaupt empfing am Vormittag des 24. Dezember elf Kinder in seinem Amtszimmer und führte sie durch das Rathaus.

Griesert hatte eigentlich bereits dienstfrei und war eigens für die Adventstürchen-Führung noch einmal an seinen Arbeitsplatz gekommen. Die Mädchen und Jungen, die alle dritte Schulklassen besuchen, waren vor dem Treffen mit dem wichtigen Mann alle ganz aufgeregt. Zu Beginn saßen alle recht schüchtern an dem großen Konferenztisch in seinem Arbeitszimmer. Als sich Griesert ihnen als „Wolfgang“ vorstellte und munter übers Schmücken des Christbaums mit ihnen plauderte, verloren die acht und neun Jahre alten Kinder aber schnell ihre Scheu vor ihm. Kein Wunder – schließlich bekannte der OB sogar, dass er zuhause beim Schmücken des Weihnachtsbaums nicht mehr mithelfen darf, weil es schon vorgekommen ist, dass ihm dabei Kugeln kaputtgegangen sind.

Griesert erklärte den Kindern zunächst, was alles in seinem Büro passiert. Als dabei die Rede auf die regelmäßig in seinem Amtszimmer stattfindenden Bürgersprechstunden kam, in der die Osnabrücker wichtige Themen oder Wünsche an die Stadt beim OB vortragen können, kam prompt von den Kindern, dass er doch bitte dafür sorgen solle, dass sie nicht mehr in die Schule müssten. Griesert erklärte den Mädchen und Jungen darauf, dass er solch eine Entscheidung tatsächlich schon einmal gefällt habe. Bei dem großen Hochwasser im Jahr 2010 sei er an der Entscheidung beteiligt gewesen, dass der Schulunterricht ausgesetzt wurde. „Aber einfach so kann ich das natürlich nicht bestimmen“, machte er deutlich.

Danach lenkte Griesert die Aufmerksamkeit auf ein großes Lederetui in Tropfenform, das auf dem Konferenztisch lag. Er fragte die Kinder, ob sie eine Vorstellung hätten, was sich wohl darin befinden würde. Nachdem seine jungen Gäste etwa auf „Tennisschläger“ getippt hatten, klappte Griesert den Deckel auf und seine Amtskette kam zum Vorschein. Als der OB fragte, ob die Kinder wüssten, was das ist, gab Lasse eine treffende Antwort: „Das ist die Kette, die du immer bei wichtigen Sachen trägst“, meinte er. Griesert erklärte weiter, dass er die Amtskette bei bedeutenden Anlässen anlegt oder wenn er wichtige Persönlichkeiten treffe. „Und warum hast du sie dann jetzt nicht um“, kam darauf absolut schlagfertig von Quentin.

Griesert erklärte das Osnabrücker Rad und andere Symbole wie das Niedersachsenross, die in die Amtskette eingearbeitet sind – anschließend durfte Paula das wertvolle Stück sogar anlegen. Der OB legte ihr die Kette höchstpersönlich um. Die Kinder stellten viele Fragen zu der Kette - wie alt sie ist, aus welchem Material sie besteht und was sie kostet. Als Griesert daraufhin deutlich machte, dass die Kette schon 103 Jahre alt und ganz aus Gold ist und in etwa so viel kostet wie ein Mittelklassewagen, staunten die Kinder. Ob Osnabrück eine reiche Stadt sei, wollte daraufhin Paula wissen. „Wir sind ganz reich – reich an Geschichte“, antwortete ihr der OB.

Anschließend durften sich die Kinder noch alle der Reihe nach an den Schreibtisch des Oberbürgermeisters setzen. Die Mädchen und Jungen waren von der Größe den Tischs beeindruckt – und davon, dass Griesert gleich zwei Telefone hat. Seinen Stuhl fanden alle sehr bequem. Am Rande ergab sich dabei ein munteres Geplaudere über leckeres Weihnachtsessen. Griesert verriet, dass er am liebsten Entenbrust mit Rotkohl und Klößen mag.

Nach dem Besuch im Arbeitszimmer führte der OB die Kinder durch das Rathaus: Sie inspizierten gemeinsam das Stadtmodell, sahen sich den Ratssitzungssaal und sogar den sonst nicht zugänglichen Dachboden mit den dort eingelagerten Akten an. Dann ging es in den Friedenssaal, wo sich die Kinder ins Gästebuch der Stadt eintrugen. Griesert schrieb die Überschrift für sie hinein: „Wir waren heute am 24. Dezember beim Oberbürgermeister bei der Adventstürchen-Aktion“.

Schließlich zeigte der OB den Kindern noch die Schatzkammer und den Foyer-Bereich, in dem die Beziehungen zu den Partnerstädten dokumentiert sind. Sogar der uralte Schlüssel zur Rathaustür, der immer am Ossensamstag von den Narren erobert wird, wurde aus seinem Wandschrank in der Kleinen Ratskammer hervorgeholt.

Griesert beantwortete bei der Führung, an der sich auch zwei Mütter und eine große Schwester beteiligen durften, ebenso bereitwillig wie kenntnisreich und kindgerecht alle FragenZum Schluss überraschte der OB die Kinder noch mit Süßigkeiten und verabschiedete alle mit guten Wünschen ins Weihnachtsfest. Lasse, der das Büro als letzter verließ und in Richtung Schreibtisch linste, durfte sich noch einmal auf Grieserts Stuhl setzen. Ob er sich wünsche, dass das einmal sein Arbeitsplatz werden solle, fragte der OB. „Ja, das kann ich mir schon vorstellen“, meinte der Junge.


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