Identität des Porträtierten ungeklärt Wen hat Franz Hecker hier gemalt?

Der unbekannte Bürger: Fest steht, dass Manfred Meyer einen echten Franz Hecker erstanden hat. Foto: Elvira PartonDer unbekannte Bürger: Fest steht, dass Manfred Meyer einen echten Franz Hecker erstanden hat. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Ein Osnabrücker Kunstsammler erwarb vor Jahren ein Porträt von Franz Hecker. Doch wen zeigt das Bild eigentlich?

Osnabrück. Vor zehn Jahren erwarb Manfred Meyer ein Porträt, das der Osnabrücker Maler Franz Hecker gemalt hat. Bis heute hat der Sammler nicht herausgefunden, wer der Porträtierte ist.

„Ich vermute, dass es eine wohlhabende Persönlichkeit aus der Region Osnabrück ist“, sagt der pensionierte Kunsterzieher Meyer. Die Gründe für seine Vermutung liegen auf der Hand. So ein Ölgemälde malt man nicht innerhalb weniger Tage. Der Mann auf dem Bild muss mehrmals Modell gesessen haben. „Auf seinen Reisen hat Hecker eher Landschaften gemalt“, sagt Kunstforscher Meyer. Darüber hinaus seien solche Porträts immer Auftragsarbeiten gewesen, die damals in der Regel zwischen 300 und 500 Reichsmark gekostet haben – ein Betrag, den sich nur reiche Industrielle leisten konnten. Die Kosten kann Meyer so gut beziffern, weil er sich intensiv mit Heckers Verkaufsbüchern beschäftigt hat. „Er hat gewissenhaft über den Handel mit seinen Bildern Buch geführt“, so Meyer. Die Ergebnisse seiner Recherchen hat er in einem Artikel mit dem Titel „Erfolgsstrategien“ für den Ausstellungskatalog niedergelegt, den die Stadt im vergangenen Jahr beim Rasch-Verlag veröffentlichte.

Um dem Rätsel seines Ölgemäldes auf die Spur zu kommen, hat Meyer Werksverzeichnisse und Kataloge studiert, hat bei den reichen Osnabrücker Familien Jaffé, Kromschröder und Schoeller nachgeforscht, die Hecker bisweilen beauftragt hatten. Doch bis jetzt weiß er nicht, wer der Mann auf seinem Bild ist. Es ist zwar nicht datiert, aber anhand der Signatur Heckers und der Kleidung des Porträtierten kann Meyer den Zeitraum der Entstehung grob eingrenzen: „Das Bild muss um 1900 entstanden sein“, ist er sicher. Stehkragen mit Binder waren da gerade en vogue.

Vor genau zehn Jahren, im Dezember 2004, hatte Meyer das Hecker-Werk per Telefon ersteigert. Das Auktionshaus Dawo in Saarbrücken hatte drei Arbeiten des Osnabrücker Künstlers angeboten, bei einem bekam der Sammler den Zuschlag. „Vorher war ich lediglich im Besitz mehrerer Hecker-Grafiken“, sagt Meyer. In seinem Wohnzimmer umgibt er sich mit Kunst aller Art: Stillleben, Landschaften, aber auch karikaturartige Zeichnungen hängen in seinem Wohnzimmer. Und seit acht Jahren befindet sich dort ein weiterer Hecker in Öl: Der „Waldsee“, den er bei einer Auktion in Bremen ersteigerte, ist in den Unterlagen, die er gesammelt hat, tatsächlich aufgeführt.

Wen hat Franz Hecker hier gemalt? Manfred Meyer bittet um Hilfe. Hinweise bitte per E-Mail an die Adresse
LindaMeyer@t-online.de.


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