Genaue Verteilung erst 2015 Kreis Osnabrück nimmt 150 Flüchtlinge zusätzlich auf

Auf rund 300 verdoppeln wird sich voraussichtlich die Zahl der Flüchtlinge, die den Städten und Gemeinden des Landkreises Osnabrück im kommenden Jahr zugewiesen werden. Symbolbild: dpaAuf rund 300 verdoppeln wird sich voraussichtlich die Zahl der Flüchtlinge, die den Städten und Gemeinden des Landkreises Osnabrück im kommenden Jahr zugewiesen werden. Symbolbild: dpa

Osnabrück. Die Zahl der Flüchtlinge, die Niedersachsen bis Ende September des kommenden Jahres aufnehmen muss, verdoppelt sich noch einmal wegen des wachsenden Zustroms von Menschen aus Ländern, in denen Bürgerkrieg oder Verfolgung Andersgläubiger oder Andersdenkender an der Tagesordnung sind.

Statt bisher rund 15000 sind es jetzt 30000 Menschen, für die in Niedersachsen eine Unterkunft gefunden werden muss. Das sorgt dafür, das auch im Landkreis Osnabrück 299 Aufnahmeplätze zusätzlich zur Verfügung stehen müssen. Bisher hat die Zahl bei 150 Asylbewerbern gelegen.

„Konkrete Aussagen, was dies für die einzelnen Kommunen im Landkreis bedeutet, sind erst Anfang des kommenden Jahres möglich, wenn vom Land die endgültigen Zahlen vorliegen“, erklärt Landkreis-Sprecher Burkhard Riepenhoff. Es sei aber damit zu rechnen, dass es wegen der bisherigen Übererfüllung der alten Aufnahmequote in zahlreichen Landkreisgemeinden am Ende wahrscheinlich insgesamt 25 bis 27 Personen weniger sein, für die jetzt zeitnah Aufnahmeplätze zur Verfügung stehen müssen. Nach Angaben des niedersächsischen Innenministeriums hat der Landkreis Osnabrück eine Aufnahmequote von 0,997 Prozent beziehungsweise 300 Personen .

Das bedeute, dass abzüglich des Anteils bisheriger Übererfüllung 274 Flüchtlinge verteilt werden müssen. Zuständig für das landesinterne Verteilverfahren ist der Braunschweiger Standort der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen. Von dort werden die Inanspruchnahmen der Aufnahmeverpflichtungen verwaltet beziehungsweise von der Verteilerstelle in Oldenburg, nachdem bis Ende Oktober hier noch das Aufnahmelager in Bramsche-Hesepe zuständig war.

Für die Gemeinde Hagen bedeutet die neue Quote zum Beispiel voraussichtlich, dass zu den bisher 7 Plätzen, die nach dem alten Aufteilungsschlüssel vom Sommer zu erfüllen waren, jetzt noch einmal 12 bis 13 aufzunehmende Flüchtlinge hinzukommen. Fachdienstleiter Ralf Zumstrull: „Die genauen Zahlen gibt es im Januar. Da wir neben einer siebenköpfigen syrischen Familie, die vor einigen Monaten in Hagen untergebracht wurde, in der vergangenen Woche Wohnungen für zwei fünfköpfige Familien aus dem Kriegsgebiet in Syrien und Irak bereit gestellt haben, gehen wir von noch bis zu vier weiteren Flüchtlingen aus, die bis September 2015 in Hagen unterzubringen sind.“ Um entsprechende Wohnungen bemühe sich die Gemeinde derzeit bereits. Zumstrull: „Die Bereitschaft, den Menschen aus Syrien zu helfen, ist in der Gemeinde riesengroß.“


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