In der Schlossaula „Haydn aufgeklärt“ mit zwei Sinfonien

Osnabrücker Symphonieorchester in kleiner Besetzung in der Schlossaula,Foto: Thomas OsterfeldOsnabrücker Symphonieorchester in kleiner Besetzung in der Schlossaula,Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Unter dem Reihen-Titel „Haydn aufgeklärt“ waren in der Osnabrücker Schlossaula beim Schlosskonzert zwei Sinfonien Joseph Haydns zu hören.

Musik hören ist gut. Gehörte Musik verstehen ist besser. Daher eröffnen die Kooperationskonzerte zwischen der Universität Osnabrück und den Sinfonikern des Theaters bereits die dritte Saison. Immer noch heißt es in der Schlossaula „Haydn aufgeklärt“.

Zwei Sinfonien, die Joseph Haydn als Kapellmeister am Hofe Esterhazy im Jahre 1763 komponierte, werden von Stephan Hanheide und seinen Studierenden zunächst kommentiert. Anschließend musizieren die Osnabrücker Sinfoniker in reduzierter Besetzung unter Leitung von Andreas Hotz.

Die Sinfonie Nr. 72 in D-Dur zeigt Haydn als zielstrebigen Personalplaner beim Ausbau seines zunächst kleinen Hoforchesters. Zu dessen Vergrößerung mussten neue Musikerstellen vom Fürsten dauerhaft bewilligt werden. Also beweist Haydn, wie er vorübergehend eingesetzte Kräfte auf lange Sicht beschäftigen kann.

Im ersten und dritten Satz integriert er vier Hörner. Der vierte Satz, ein Thema mit Variationen, lässt nacheinander Flöte, Cello, Geige, Kontrabass und Oboen solistisch glänzen.

So idiomatisch, wie Haydn damals komponierte, so frisch musizieren die heutigen Sinfoniker. Damals wie heute – Fürst Esterhazy wäre überzeugt worden. Natürlich bekommt Haydn seine Musiker.

Bei der Sinfonie Nr. 34 in d-Moll widmet sich Haydn einem formalen Problem, der Architektur des Sonatenhauptsatzes in einer Molltonart. Die Exposition beginnt gefühlvoll in d-Moll, woran sich ein zweites Thema in A-Dur anschließt. Bei der Durchführung gibt es raffinierte Reibungen zwischen Dur und Moll.

In der Reprise erkennt das Publikum das erste Thema wieder, wogegen das zweite Thema, leicht verändert, nun in der Grundtonart d-Moll erscheint. Modern gesprochen, es hat sich einer Geschlechtsumwandlung unterzogen.

All das bringen die Sinfoniker transparent auf den Punkt, geleitet von ihrem Dirigenten, der zuweilen mit vollem Körpereinsatz ganze Phrasen in der Luft vorzeichnet.


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