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Einwände abgelehnt Gericht gibt grünes Licht für Shoppingcenter in Osnabrück

Baubeginn 2015. Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg gab am Montag grünes Licht zum Bau des Einkaufszentrums am Neumarkt in Osnabrück. Grafik: mfiBaubeginn 2015. Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg gab am Montag grünes Licht zum Bau des Einkaufszentrums am Neumarkt in Osnabrück. Grafik: mfi

Osnabrück. Freie Bahn für den Bau des Einkaufszentrums am Neumarkt in Osnabrück: Das Oberverwaltungsgericht hat am Montag die Einwände von drei Anliegern abgelehnt.

Drei Nachbarn, darunter eine Immobiliengesellschaft des Modehauses L+T, hatten gegen den Bebauungsplan 600 geklagt , der den Bau des Einkaufszentrums regelt. Das Oberverwaltungsgericht folgte den Einwänden der Kläger nicht, wie Sprecherin Andrea Blomberg am Montag mitteilte. Die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts ist unanfechtbar.

Die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts in diesem Eilverfahren ist unanfechtbar. Die Kläger haben aber noch die Möglichkeit, eine Entscheidung in der Hauptsache zu erwirken. Dieses Verfahren hätte aber keine aufschiebende Wirkung. L+T-Geschäftsführer Alexander Berger wollte sich am Montag noch nicht im Detail zu dem 26-seitigen Urteil äußern: „Wir werden uns in Ruhe damit befassen und dann entscheiden, wie es weitergeht.“

Die auf mehreren Gutachten beruhende Einschätzung der Stadt Osnabrück, das Vorhaben habe keine nachteiligen Wirkungen auf den Einzelhandel, sei nicht zu beanstanden, so die Verwaltungsrichter. Soweit sich die Erschließung einzelner Grundstücke verschlechtere, sei dies den betroffenen Eigentümern ebenso zuzumuten wie die mit dem Einkaufszentrum verbundene Verdichtung der Bebauung. Regelrecht „erdrückt“ würde die benachbarte Bebauung dadurch nicht. Eine nicht hinzunehmende Lärmbelästigung gehe von dem Vorhaben nicht aus. Im Gegenteil: Die Situation werde sich für einzelne Anlieger erheblich verbessern. Zu einer umfassenden Lärmsanierung der Johannisstraße und des Neumarktes – etwa durch eine Verlagerung des Busverkehrs – sei die Stadt im Rahmen des Bebauungsplans nicht verpflichtet gewesen.

„Jeder vernünftige Zweifel muss einmal ein Ende haben“, sagte Oberbürgermeister Wolfgang Griesert. Er äußerte sich zufrieden, dass der Bebauungsplan nach Meinung der Richter rechtmäßig zustande gekommen ist und der Investor seine Mieterakquise fortsetzen kann. Björn Reineking, Projektmanager von Investors mfi, sprach von einer „tollen Nachricht“. Mit dem Bau des Shoppingcenters werde voraussichtlich im November/Dezember 2015 begonnen.

Die L+T-Grundbesitzgesellschaft verfügt über drei Grundstücke im geplanten Centergebiet an der Johannisstraße. Kritisch sehen die L+T-Geschäftsführer die Auflage, im Falle eines Umbaus drei Meter tiefe und sechs Meter hohe Arkaden zu schaffen. Das fordert der Bebauungsplan, um einen ausreichenden Luftaustausch vor den Bushaltestellen in der Johannisstraße zu gewährlisten. L+T hatte darüber hinaus die im Einkaufszentrum erlaubten Sortimente in Frage gestellt.

Klage eingereicht hatte auch der Eigentümer der von der Uni genutzten Gebäude an der Seminarstraße. Er befürchtet, dass die Parkhauszufahrt die Nutzung seiner Immobilien erschwert und die Seminarstraße zum Hinterhof wird.

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