Neue Aufnahmeeinrichtung in Osnabrück Pistorius und Griesert begrüßen erste Flüchtlinge in Aufnahmestelle



Osnabrück. Innenminister Boris Pistorius hat der Diakonie Osnabrück am Montagmittag für ihren schnellen Einsatz bei der Umsetzung der vierten Erstaufnahmeeinrichtung des Landes für Flüchtlinge gedankt. Bevor die ersten Gäste einziehen, besichtigte der Osnabrücker Politiker das ehemalige Bundeswehrkrankenhaus.

Vor einem Großaufgebot an Medien besichtigte Pistorius mit seinem Nachfolger im Amt des Oberbürgermeisters, Wolfgang Griesert, das Haus. Dieses wurde innerhalb von zwei Wochen für die neue Nutzung umgebaut. Da das Gebäude am Natruper Holz bis zuletzt als Krankenhaus genutzt wurde, waren nicht besonders umfangreiche Renovierungsarbeiten nötig. Das Land hat für den Umbau 4,5 Millionen Euro bereitgestellt. Bis März sollen alle 600 Plätze belegt werden.

„Sie haben schwere Zeiten hinter sich und gute Zeiten liegen vor Ihnen“, begrüßte Pistorius die Flüchtlinge. „Sie kommen in eine Stadt, die sich auf neue Bürger freut“, so der niedersächsische Innenminister, der betonte, dass auch er sich freue, „dass Sie jetzt in Sicherheit sind.“

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert stieß ins gleiche Horn: „Wir wünschen Ihnen gute Wochen hier in Osnabrück – und dass Sie nette Menschen kennenlernen.“

Das Land ist gesetzlich verpflichtet, sogenannte Erstaufnahmeeinrichtungen vorzuhalten, in denen Flüchtlinge aufgenommen, gesundheitlich untersucht und beraten werden sowie ein Anerkennungsverfahren durchlaufen. Nach Abschluss aller Formalitäten werden die Asylsuchenden – spätestens drei Monate nach der Aufnahme – aus diesen Einrichtungen auf die Kommunen verteilt.

Fünfte Einrichtung notwendig?

Aufgrund gestiegener Flüchtlingszahlen sind die bestehenden Einrichtungen in Braunschweig, Friedland und Bramsche überfüllt. Zur Vermeidung von Unterbringungsengpässen an diesem Nadelöhr war die Eröffnung einer vierten Einrichtung erforderlich. Das Land wird nach Pistorius’ Ansicht aller Voraussicht nach noch eine fünfte Erstaufnahmeeinrichtung brauchen.

Die Flüchtlingszahlen sind angesichts von Kriegen und Katastrophen in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. In diesem Jahr wird in ganz Deutschland mit 200000 Flüchtlingen gerechnet. Den bisher höchsten Zustrom an Asylsuchenden verzeichnete Deutschland im Jahr 1992: Damals suchten knapp 440000 Menschen Schutz in der Bundesrepublik.

Weitere Informationen folgen!

DIE ERSTEN FLÜCHTLINGE ZIEHEN INS KLINIKUM NATRUPER HOLZ EIN

December 21, 2014 at 12:47 PM

Wer keine gut erhaltene Kleidung hat, kann den Bewohnern der Einrichtung auch finanziell helfen. Geldspenden – unter anderem für Freizeitangebote und die Kinderbetreuung des Flüchtlingshauses – können auf das Spendenkonto des Kirchenamtes Osnabrück überwiesen werden: IBAN: DE 87265501050000045088 / Stichwort „Flüchtlingshaus“. (S.)

NOZ
December 21, 2014 at 12:52 PM

Diakonie-Mitarbeiterin Marie-Theres Kiefitz mit einem Berg Kleidungsstücke für die Flüchtlinge. Foto: Michael Gründel
Die Osnabrücker haben bereits eine Menge Sachen gespendet. Foto: Michael Gründel 
Foto: Michael Gründel
 
 

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NOZ
December 21, 2014 at 2:43 PM

Das frühere Krankenhaus soll bis zu 600 Plätze für Flüchtlinge bieten. Foto: Gert Westdörp
Das Klinikum Natruper Holz. Foto: dpa 
Etliche Zimmer haben Zugang zu einem Balkon. Auf dem Außengelände könnte eine Tischtennisplatte hergerichtet werden. Dazu gibt es Platz zum Fußballspielen. Foto: Michael Gründel
 
 

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NOZ
December 21, 2014 at 2:46 PM

Der Niedersächsische Innenminister Boris Pistorius hat eigentlich Weihnachtsurlaub. Dennoch wird er am Montag persönlich die vierte Erstaufnahmeeinrichtung des Landes für Flüchtlinge mit  Oberbürgermeister Wolfgang Griesert eröffnen. (S.)

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December 21, 2014 at 2:46 PM

Die ersten 158 Bewohner kommen aus Bramsche

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December 21, 2014 at 2:46 PM

Niedersachsen Innenminister begrüßt am Montag die Flüchtlinge, die ihr neues Übergangszuhause im Klinikum beziehen. Foto: dpa 


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