Verein appelliert in Osnabrück Blaue Weihnachtsmänner: Kinder brauchen beide Eltern!

Farbtupfer im samtroten Weihnachtsmann-Einerlei: (von links) Markus Strickling, Doris Spellmeyer, Roswita Wirschun, Ellen Kuhröber und Günter Steffans vom Verein „Väteraufbruch für Kinder“ am Samstag vor dem Osnabrücker Dom. Ihre Botschaft: Kinder brauchen beide Eltern! Foto: Egmont SeilerFarbtupfer im samtroten Weihnachtsmann-Einerlei: (von links) Markus Strickling, Doris Spellmeyer, Roswita Wirschun, Ellen Kuhröber und Günter Steffans vom Verein „Väteraufbruch für Kinder“ am Samstag vor dem Osnabrücker Dom. Ihre Botschaft: Kinder brauchen beide Eltern! Foto: Egmont Seiler

Osnabrück. Laut dem Verein „Väteraufbruch für Kinder“ müssen jedes Jahr zwei Millionen Scheidungs- und Trennungskinder in Deutschland Weihnachten ohne ihren Vater feiern – oft, weil die Mutter den Kontakt verhindert. Über diesen Missstand informierten nun Mitglieder und Sympathisanten des Vereins auf dem Osnabrücker Weihnachtsmarkt. Dazu wählten sie eine saisontypische, aber dennoch auffällige Verkleidung.

Ninja Wagner und Bernd Schreiber waren aus Gelsenkirchen angereist, um in Osnabrück für ihr Anliegen zu werben. In ihrer Heimatstadt hätten sie als blaue Weihnachtsmänner auch nicht besonders viel Aufmerksamkeit erregt. „Da hätte man uns natürlich einfach nur für Schalker gehalten.“

Blau heißt traurig

In der Friedensstadt hingegen fielen sie sofort ins Auge. Aber wofür steht der blaue Weihnachtsmann? „Dafür, dass es in Deutschland gerade an Weihnachten sehr frostig wird, wenn viele Kinder zu einem Elternteil keinen Kontakt haben“, erklärt der Osnabrücker Günter Steffans. Die Botschaft zum Fest der Liebe aber laute: Kinder brauchen beide Eltern! Zudem sei die Farbe Blau angelehnt an das englische Adjektiv „blue“, das auch „traurig“ heißen kann.

Der 1989 gegründete und bundesweit tätige Verein „Väteraufbruch für Kinder“ (3500 Mitglieder) ist eine Organisation, die vor allem Väter dabei unterstützt, nach der Trennung den Kontakt zu ihren Kindern zu halten. Das Ziel ist aber die Gleichstellung von Mann und Frau: in der Familie, bei der Kinderbetreuung und im Beruf.

Herzen ausgeschüttet

Nach Meinung der Mitglieder des Vereins und seiner Sympathisanten wird in Deutschland durch die Rechtsprechung viel zu häufig einem Elternteil der regelmäßige Kontakt zu seinen Kindern verwehrt. „Richter, die von Psychologie keine Ahnung haben, fällen Urteile, bei denen sie sich einzig und allein auf Gutachter verlassen“, sagt Bernd Schreiber.

Mit den Reaktionen der Osnabrücker Weihnachtsmarktbesucher waren die blauen Weihnachtsmänner laut dem Bad Rothenfelder Markus Strickling sehr zufrieden. „Es kommt oft vor, dass einem die Leute ihr Herz ausschütten, weil sie in der Familie ähnliche Probleme haben.“


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