Benefizkonzert in Kleiner Kirche Kinan Azmeh und Kollegen spielen für Flüchtlingskinder

Klarinettist Kinan Azmeh und Yuri Kim. Foto: Swaantje HehmannKlarinettist Kinan Azmeh und Yuri Kim. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Der syrische Klarinettist Kinan Azmeh hat mit Marian Ghisa von den Osnabrücker Symphonikern und weiteren Kollegen ein wunderbares Benefizkonzert für syrische Flüchtlingskinder gespielt.

Die Hälfte der zwölf Millionen syrischen Flüchtlinge seien Kinder, sagt Barbara Küppers von terre des hommes. Für sie engagiert sich der syrische Klarinettist Kinan Azmeh, und Osnabrück hat auch etwas davon: Ein wunderbares Benefizkonzert in der Kleinen Kirche, bei dem am Ende 2200 Euro zusammenkommen.

Natürlich tritt Kinan Azmeh nicht alleine auf, sondern hat sich die Unterstützung einiger Kollegen gesichert, die überwiegend aus Osnabrück stammen: Marian Ghisa, Mandy Wichate, Thaer Eid, Yuri Kim, Carsten Zündorf und Yara Eid sind mit von der Partie. Die Klarinette steht gleich doppelt im Mittelpunkt dieses Konzerts, Kinan Azmeh jedoch nicht immer. Die ersten beiden Stücke, zwei Variationszyklen von Charles Bochsa , überlässt er nämlich Marian Ghisa, Klarinettist der Osnabrücker Symphoniker, und auch der spielt brillant und sehr wohlklingend. Kinan Azmeh selbst übernimmt im ersten Zyklus die recht einfache Begleitstimme, im zweiten erfüllt Cellistin Yuri Kim diese Funktion.

Auf dem Programm stehen außerdem Mozart und Poulenc. Beide haben einige der wichtigsten Werke für Klarinette geschrieben, hier jedoch sind sie mit Nebenwerken zu hören. Dennoch ist ein Satz für Klarinette, Bassetthorn (Ghisa) und Streichtrio großartige Musik und echter Mozart. Bei Poulenc bleiben die beiden Klarinettisten wieder unter sich und vollbringen in der frech-brillanten Sonate für B- und A-Klarinette eine Glanzleistung.

Im Zentrum des kleinteiligen Programms stehen die beiden herrlich quirligen, expressiven und verträumten Konzertstücke für Klarinette, Bassetthorn und Klavier. Die beiden Bläser musizieren mit Carsten Zündorf am Flügel und mit großer Spielfreude. Carsten Zündorf hat auch zwei eigene Kompositionen beigesteuert. „Ute’s Song“ und „Making Melody“ sind im Stil einer Pop-Ballade gehalten, und die beiden Klarinettisten (jeder spielt einen Song) passen sich daran perfekt an, besonders Marian Ghisa zudem mit einem völlig veränderten Ton.

Das Finale bestreitet Kinan Azmeh mit der Tänzerin Yara Eid und mit dem ebenfalls selbst komponierten Stück „A Sad Morning, Every Morning“. Bis auf einige Kerzen wird der Raum verdunkelt, und so sieht man Yara Eid nur als Schemen, der sich mit schnellen, aber fließenden Bewegungen zu Kinan Azmehs verhaltenen Klängen bewegt.


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