Ohne Angst vor Schlagern und Shaky Lady Sunshine und Mr. G. mit Rock´n Roll im Rosenhof



Osnabrück. Eine Rock´n Roll- Weihnachtsparty wie vor zwei Jahren sollte es werden. Doch das war die zweite Auflage der „Rockin Christmas“-Show des fast volljährigen Osnabrücker Quintetts Mr. G. and the Billy Boys nur bedingt. Denn das Publikum im gut besuchten Rosenhof schien nicht wirklich in Feierlaune zu sein. „Braucht ihr eine Pause?“ fragte Lead-Sänger und Frontmann Guido Klekamp entsprechend ungläubig des Öfteren.

Auch wenn Kontrabassist Andreas Sindt sein Instrument als „Big Fat Lady“ missbrauchte und ein in unterschiedlichen Tempi intoniertes „Hound Dog“ zu Kopulationsbewegungen animierte; und auch wenn sich die Besucher nach dreckigen „Jingle Bells“ zumindest zu einer Polonaise durch den Saal hinreißen ließen, zu „Stand By Me“ eng tanzten und schmal mitsangen und bei „Splish Splash“ die Stimmung wenigstens nicht baden lassen gingen: So richtig wollte der Funke zu keinem Zeitpunkt auf das „schüchterne“ Publikum übergehen an diesem Freitagabend vor dem vierten Advent.

Dabei wurde der auf der Bühne durchaus gezündet: Beginnend mit einem starken Elvis- über ein gelungenes Shakin´ „Shaky“ Stevens-Medley und Klassikern wie „Rock Around The Clock“ oder dem energisch gespielten „Great Balls of Fire“ von Jerry Lee Lewis bis hin zum wenn schon nicht weihnachtlichen, dann aber doch hymnischem „You´ll Never Walk Alone“.

Zuvor hatten Lady Sunshine & The Candy Kisses versucht, in rund 50 Minuten die „ganze musikalische Vielfalt der Fünfzigerjahre“ abzubilden. Dabei schreckte die Celler Combo, deren grazile und stimmgewaltige Frontfrau gegenüber den vier grauen Anzugträgern mit einem pink gepunkteten Petticoat punkten konnte, auch vor klassischen deutschen Schlagern nicht zurück.

Und spielte etwa Peter Alexanders „Komm ein bisschen mit nach Italien“ mit Querflöte oder den „Kriminaltango“ mit Saxofon. Während das beim sehr lauten Publikum buchstäblich ins Leere lief, trauten sich bei „Speedy Gonzales“ die ersten Paare auf die Tanzfläche. Weitere Ausflüge in die frühen Sechziger Jahre fanden ihren Höhepunkt in einer fulminanten Version von Lesley Gores „It´s My Party“. Mit „White Christmas“ als letzter Zugabe wurde es dann erstmals doch ein wenig weihnachtlich. Wobei die wenig später folgende Version der Lokalmatadoren um Mr. G. ungleich kraftvoller geriet als die der falschen Fuffziger, die dennoch richtig gut waren.


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