Vergleich mit Bundesdurchschnitt Wie viel Müll produzieren Stadt und Landkreis Osnabrück?

Bezüglich der Menge des Hausmülls liegen die Osnabrücker genau im Bundesdurchschnitt. Symbolfoto: dpaBezüglich der Menge des Hausmülls liegen die Osnabrücker genau im Bundesdurchschnitt. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Die Haushalte in Deutschland haben im Jahr 2013 leicht weniger Müll produziert als im Jahr zuvor. Und wie viel warfen die Einwohner in Stadt und Landkreis Osnabrück weg?

Die Haushalte in Deutschland haben im Jahr 2013 weniger Müll produziert als im Jahr zuvor. 453 Kilogramm Müll pro Einwohner fielen bundesweit an – drei Kilogramm weniger als im Vorjahr, wie die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen.

Der Osnabrücker Service-Betrieb (OSB) sammelte 2013 im Stadtgebiet insgesamt 77645 Tonnen an Haus-, Bio- und Sperrmüll sowie Altglas, Altpapier und Verpackungen ein. Das sind 486 Kilogramm pro Person. Im Landkreis fielen insgesamt 171188 Tonnen oder 490 Kilogramm Müll pro Person an.

Damit liegen Stadt und Landkreis Osnabrück weit über dem Bundesdurchschnitt. Zurückzuführen ist das primär auf die hohen Mengen an Biomüll und Grünabfällen. Die Biotonne ist bundesweit erst ab 2015 Pflicht, und im Stadtgebiet gebe es viele Sammelplätze für Grünabfälle, sagt Detlef Schnier vom OSB. „Und wir haben eine gute Quote beim Altpapier“, ergänzt er .

Haus-/Restmüll: Den mit 25872 Tonnen größten Anteil im Stadtgebiet nahm den Zahlen des OSB zufolge der Hausmüll ein. Auf die Einwohnerzahl gerechnet produzierte 2013 jeder Osnabrücker davon 162 Kilogramm. „Damit liegen wir genau im Bundesdurchschnitt“, sagt Katrin Hofmann vom OSB. Mit 120 Kilogramm lag der Landkreis Osnabrück 2013 weit darunter. Insgesamt sammelte die Awigo im Landkreis 42092 Tonnen Hausmüll ein.

Für die Abholung einer 60-Liter-Tonne Hausmüll verlangt die Stadt jährlich insgesamt 91,71 Euro. Bei 120 Litern sind es 178,02 Euro. Im Landkreis kostet die 60-Liter-Tonne ab 2015 120 Euro pro Jahr. Die 120 Liter kosten dann 151,92 Euro.

Altpapier: Den zweitgrößten Posten in Osnabrück machte 2013 mit 13720 Tonnen das Altpapier aus. Damit sammelten die Osnabrücker mit durchschnittlich 86 Kilogramm pro Person weitaus mehr als der Bundesdurchschnitt mit 72 Kilogramm. Die Altpapiermenge ist allerdings rückläufig. „Sie sinkt aufgrund der Digitalisierung“, sagt Hofmann vom OSB. Im Landkreis fielen 24727 Tonnen Altpapier an. Mit 71 Kilogramm pro Person blieb der Landkreis knapp unter Bundesdurchschnitt.

In Stadt und Landkreis Osnabrück ist die Abholung der Altpapiertonne kostenlos.

Bioabfälle: An Abfällen aus der Biotonne fielen in der Stadt 7810 Tonnen an. Hinzu kommen 18174 Tonnen Grünabfälle. Zusammen produzierte so jeder Osnabrücker 163 Kilogramm Bio-Abfälle – 51 Kilogramm mehr als der Bundesdurchschnitt mit 112 Kilogramm. Der Landkreis bringt es auf 203 Kilogramm pro Person (Biotonne: 23537 Tonnen; Grünabfälle: 47524 Tonnen).

In der Stadt kostet die Biotonne unabhängig von der Größe 55 Euro jährlich. Im Landkreis verlangt die Awigo bis zu 240 Liter 25,20 Euro.

Verpackungen: 4489 Tonnen an Verpackungen für das Duale System Deutschland (Gelber Sack) fielen 2013 in Osnabrück an. Das sind 28 Kilogramm pro Einwohner und damit vier Kilogramm weniger als der Bundesdurchschnitt. Im Landkreis fielen 13624 Tonnen an. Das sind 39 Kilogramm pro Person – weit mehr als der Bundesbürger durchschnittlich im Gelben Sack entsorgte.

Altglas: Mit 26 Kilogramm Altglas pro Person gaben die Osnabrücker zwei Kilogramm mehr ab als der Bundesdurchschnitt. 4166 Tonnen waren es 2013 insgesamt. Im Landkreis fielen 8235 Tonnen an. Heruntergerechnet auf die Einwohner liegt der Landkreis mit 24 Kilogramm pro Person genau im Bundesdurchschnitt.

Sperrmüll: 3414 Tonnen Sperrmüll holte der OSB 2013 ab. Das sind 21 Kilogramm pro Person und acht Kilogramm weniger als der Bundesdurchschnitt. Die Zahl ist seit der Einführung der Gebühren zurückgegangen, sagt Hofmann. Seit 2010 erhebt die Stadt 29 Euro je angefangene 5 Kubikmeter. Im Landkreis, wo Sperrmüll kostenlos abgeholt wird, fielen 11449 Tonnen an. Das sind 33 Kilogramm pro Person.


Der Osnabrücker Service-Betrieb weist darauf hin, dass kompostierbare Plastiksäcke für Biomüll nicht in die Biotonne gehören. Diese lagern nicht lange genug, um zu zerfallen und müssen von Hand aussortiert werden.

Die Zahlen für die Stadt basieren auf Angaben des Osnabrücker Service-Betriebs. Der errechnete Durchschnitt basiert auf 159704 Einwohnern. Die Zahlen für den Landkreis basieren auf Angaben des Landkreises selbst. Im Landkreis ist die Awigo für die Abfallwirtschaft zuständig, einer hundertprozentigen Tochter des Landkreises. Der Durchschnitt basiert auf 350767 Einwohnern.

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