Woodstock wurde zum magischen Ort Carl Carlton im Rosenhof: Lebensgeschichte in klingender Form

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Der Musiker Carl Carlton präsentierte im Rosenhof seine Lebensgeschichte in klingender Form. Fotograf: André HavergoDer Musiker Carl Carlton präsentierte im Rosenhof seine Lebensgeschichte in klingender Form. Fotograf: André Havergo

Osnabrück. Die Lebensgeschichte des Carl Carlton bekamen die Zuschauer im Rosenhof in klingender Form präsentiert. Der Gitarrist, der als Begleitmusiker von Peter Maffay und Udo Lindenberg Berühmtheit erlangte, nahm das Publikum mit auf eine Reise von Ostfriesland über die Niederlande nach Woodstock in den USA und zurück.

Der Klassiker „For What It’s Worth“ der amerikanischen Band Buffalo Springfield erklingt. Der Song mit dem markanten Gitarrenpling, 1966 von Stephen Stills und Neil Young geschrieben, erzählt viel über die Biografie des Carl Carlton . Schon früh wurde er mit dem Americana-Virus infiziert.

Woodstock wurde für ihn zum magischen Ort und The Band, Bob Dylans langjährige Begleitband, zu seiner musikalischen zweiten Heimat. „Levon Helm, Sänger und Schlagzeuger von The Band, wurde für mich zu einer Art Ersatzvater“, erzählt der als Karl Walter Ahlerich Buskohl in Ostfriesland geborene Carlton.

„Songs & Stories – Woodstock & Wonderland“ lautet das Motto der Tour. Die erste Hälfte des Konzerts, das er mit seiner Band in Osnabrück darbietet, ist dementsprechend der Zeit gewidmet, als der noch junge Carl sich aufmachte, die „freie Welt“ zu entdecken. Er startet mit „Woodstock“, dem Song, den Joni Mitchell nach dem legendären Festival geschrieben hatte – aus der distanzierten Perspektive derer, die bei dem Event nicht dabei gewesen waren.

So wie Carl Carlton, der 1969 erst 14 war und noch das Internat in Langeoog besuchte. Dort, so erzählt er jetzt, sah er im Inselkino den Film „Easy Rider“…und es war um ihn geschehen. Amerika und der Rock’n’Roll wurden für ihn zur fixen Idee.

Carlton erzählt an diesem Abend ein bisschen zu ausführlich von seinen Erlebnissen und von all den berühmten Musikern, die er dort kennengelernt hat und mit denen er zusammen musizierte. Aber so ist das halt, wenn man von einer bestimmten Sache geprägt wurde. Dafür dauert das Konzert auch drei Stunden, die mit jeder Menge starker Musik angefüllt sind. Mit „The Weight“ oder „The Night They Drove Old Dixie Down“ wühlt er noch in der Vergangenheit, dann packt er so langsam die Rocker von seinem neuen Album „Lights Out in Wonderland“ aus.

Damit die Mischung aus Folk, Country, Rock, Funk und Blues nicht langweilig wird, legen sich Pianist Pascal Kravetz (ein bisschen zu leise), Drummer Wayne P. Sheehy (ein bisschen zu laut) und Bassist Yoyo Roehm mächtig ins Zeug. Bisweilen betritt eine weitere Koryphäe die Bühne: Martin Huch, bekannt als „Verstärkung“ von Heinz Rudolf Kunze , befeuert jetzt die Musikauswahl des Chefs mit Klängen von der Pedal Steel Guitar.

Das Ganze gestaltet sich in lockerer Atmosphäre: Als Pascal Kravetz mal muss, hastet er für alle sichtbar in die Toilettenabteilung des Clubs, derweil der Rest der Band in einen Zeitlupen-Modus verfällt, um genügend Zeit für ihn herauszuschinden. Als der Keyboarder wieder da ist, bricht Carlton eine Lanze für Werte wie Liebe und Freiheit, er berichtet von seinem Engagement für Amnesty International, widmet dem Osnabrücker Musiker Heinz Rebellius den Song „Annie“, zieht bei dem Folksong „Galway Girl“ den Stecker heraus, um mit John Lennons „Instant Karma“ final noch mal richtig loszurocken. Ein toller Abend.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN