Emma-Theater Dramatiker Tobias Steinfelds im Gespräch

Tobias Steinfeld
            

            

              
              Foto: Swaantje HehmannTobias Steinfeld Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Tobias Steinfelds Schwangerschaftskomödie „27 Monate“ ist am Emma-Theater uraufgeführt worden. Im Interview erzählt Steinfeld, wie aus seiner mit dem Osnabrücker Dramatikerpreis prämierten Ideenskizze das fertige Stück wurde.

Sie sind doch ein gebürtiger Osnabrücker. Wie lange haben Sie eigentlich hier gelebt?

Ich habe hier meine ganze Schulzeit verbracht und bin dann 2006 zum Studium nach Mannheim gegangen.

Gab es hier in Osnabrück vielleicht einen Auslöser für Ihre Autorenlaufbahn?

Eigentlich nicht. Bei mir hat das Schreiben viel mit Beobachten zu tun, und ich merke mir viele Sachen, die im Alltag passieren. Ich hatte immer schon Lust am Erzählen und am Beobachten, auch schon hier in Osnabrück. Es gab damals Anfänge, aber nicht so ernsthaft, wie ich das heute betreibe.

Ihr Stück „27 Monate“ ist als Skizze mit dem Osnabrücker Dramatikerpreis ausgezeichnet worden. Was bedeutet das genau, und wie ist dann das fertige Stück entstanden?

Der Preis war so ausgeschrieben, dass man eine Ideenskizze einreicht und ein bis zwei ausgeschriebene Szenen. Die erste Szene des Stücks hatte ich schon geschrieben und hatte zu dem Zeitpunkt auch noch nicht so wirklich mehr. Ich hatte schon einiges im Kopf dazu, habe dann die Ideenskizze formuliert und bin eingeladen worden. Dann gab es Gespräche mit den vier Juroren, und da hat man sehr verschiedene Sichtweisen auf seine Szene bekommen und hat das dann für sich geordnet und geschaut, was man damit anfängt. Ich hab dann das Stück zu einem Ende gebracht. Dann hat sich das Regie-Team an den Text gesetzt, und wir haben darüber diskutiert. Ich hatte zum Beispiel bestimmte Dinge geschrieben, die Marie Bues lieber schauspielerisch lösen wollte, die Beziehungen zwischen den Figuren zum Beispiel. Mir ist nur wichtig, dass sie zum Ausdruck kommen, aber nicht so sehr, in welcher Form. Es kam auch der Vorschlag, eine Figur zu streichen, die mir sehr wichtig war. Aber oft ist es ja so: Wenn unterschiedliche Blicke zusammenkommen, kann auch was Gutes dabei entstehen. Diese Figur ist jetzt im Stück allgegenwärtig, es wird zum Beispiel über sie gesprochen, aber sie ist nicht da. So was kann sehr bereichernd sein.

Sie sind schon wieder für den nächsten Preis nominiert, den „Mannheimer Feuergriffel“...

Von der Nominierung habe ich selbst auch erst heute erfahren! Es sind aber noch zwei weitere Autoren nominiert, es steht also noch nicht fest. Ich habe mich dort mit einer Buchidee beworben...

Also genau wie hier!

Genau wie hier, und es ist ja ein bisschen komisch, weil ich ja in Mannheim auch studiert habe. Der Preis ist nämlich mit einem Aufenthaltsstipendium verbunden, das wäre dann wie eine Rückkehr. Außerdem ist er verbunden mit Projekten für Kinder und Jugendliche, man lässt sich bei der Arbeit über die Schulter gucken und so. Es wäre sehr schön, wenn das klappen würde.


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