Bundesstiftung Aufarbeitung Osnabrücker Kunststudentinnen gewinnen Plakatwettbewerb


Osnabrück. Eine Ballerina tanzt Spitze auf einem Stacheldrahtzaun: Mit diesem Motiv hat Rosemarie Sprute bei einem internationalen Plakatwettbewerb der Bundesstiftung Aufarbeitung einen Hauptpreis gewonnen. Neben ihr wurde mit Nicole Sommer eine weitere Kunststudentin der Uni Osnabrück ausgezeichnet.

Das Thema des Wettbewerbs lautete „Geschichtscodes 2014: Falling Walls – Freiheit als europäische Herausforderung“. Studenten aus ganz Europa hatten in den vergangenen Monaten die Chance zur Teilnahme. Mit ihrem Tänzerinnen-Motiv gewann die 65-jährige Sprute – eine promovierte Kunsthistorikerin und Lehrerin – den mit 2000 Euro dotierten zweiten Preis. Ihre junge Kommilitonin Sommer erhielt für das Bild einer zerberstenden Ziegelsteinmauer als Dritte 1000 Euro. Der erste Platz wurde in diesem Jahr nicht vergeben.

Was bedeutet Freiheit heute für uns, 25 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs? Auf diese Frage sollten die Wettbewerbsteilnehmer mit ihren Plakaten Antworten finden. Die Kriterien der Jury waren Kreativität, Originalität, Innovation in der Umsetzung des Themas und eine erkennbare, klare Botschaft.

Internationale Jury

„Für meine Projektgruppe Grafik-Design, die an dem Wettbewerb teilgenommen hat, ist es ein fabelhafter Erfolg. Er zeigt, dass wir uns unter der Konkurrenz der beteiligten europäischen Hochschulen behaupten können“, stellt der Osnabrücker Kunstprofessor Claude Wunschik fest. Die ausgezeichneten Studentinnen hätten bewiesen, die technischen Methoden zur Umsetzung ihrer Einfälle in hohem Maße zu beherrschen.

Die Auswahl der Preisträger traf eine unabhängige Jury aus internationalen Künstlern und Gelehrten. Den Studentenwettbewerb mit dem Titel „Geschichtscodes“ richtet die Bundesstiftung Aufarbeitung seit 2003 jährlich an deutschen Hochschulen aus – in diesem Jahr hob sie ihn erstmals auf eine europäische Ebene. Schirmherren waren bislang unter anderem die Bundespräsidenten Rau und Köhler sowie mehrere Bundesminister und andere hochrangige Politiker.

Bezug zur Gegenwart

In einer Mitteilung der Uni Osnabrück äußern sich die beiden heimischen Gewinnerinnen begeistert über ihre Platzierungen. Was sie sich bei ihrem Plakatmotiv gedacht hat, erläutert Rosemarie Sprute: „Dargestellt ist in Form eines Scherenschnitts ein Stacheldraht-Seilakt, der Mut und Gleichgewichtssinn, Konzentration und bewusste Schritte fordert. Die Farben Blau und Gelb für Bein und Schuh ermöglichen Assoziationen an den gegenwärtigen extremen Balanceakt der Ukraine und Europas als späte Folge des Mauerfalls.“

Uni sammelt Preise

Für die Uni Osnabrück ist es übrigens der zweite Erfolg bei einem großen Plakatwettbewerb in diesem Jahr. Im April gewann die Lehramtsstudentin Verena Föcke (23) den Plakatwettbewerb der Bundesregierung zur Europawahl. Ihr Siegermotiv: eine krumm gebogene Salatgurke, verbunden mit dem Slogan „Nobody’s perfect. Am 25. Mai ist Europawahl!“


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