Wohnstättenname aus der Region Der erste Hormann wohnte am moorigen Gelände

Von Winfried Breidbach

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Der Name Hormann leitet sich mit einiger Wahrscheinlichkeit vom niederdeutschen Begriff für Moor ab. Foto: Sandra HeickDer Name Hormann leitet sich mit einiger Wahrscheinlichkeit vom niederdeutschen Begriff für Moor ab. Foto: Sandra Heick

Osnabrück. Unser Leser Volker Hormann aus Osnabrück kann sich vorstellen, dass seinem Familiennamen vielleicht eine Abwandlung des Vornamens „Hermann“ zugrunde liegt.

Rund 2500 Personen tragen den Nachnamen Hormann, der damit zu den häufigen Familiennamen zählt. Die Namensträger leben überwiegend in Nordwestdeutschland zwischen Niederrhein, Nordsee und Holstein. Die stärksten Konzentrationen zeichnen sich in den Landkreisen Nienburg (Weser) und Minden-Lübbecke ab. Die gleich ausgesprochenen Namensformen Horman, Hohrmann und Hoormann sind deutlich seltener. Hoormann weist ein Zentrum im Landkreis Emsland auf. Weitere ähnliche Namen sind Horrmann mit Kurzvokal in der ersten Silbe sowie Hooreman und Horemans mit zweisilbigem Vorderglied. Die meisten dieser Namensformen gibt es auch in den Niederlanden.

Alle angeführten Familiennamen können problemlos einem Wort zugeordnet werden, das in den Formen hôr(e) und hor(e) sowohl in den älteren Sprachstufen des Hoch- und Niederdeutschen als auch des Niederländischen bezeugt ist und das „Schlamm, Moorerde, Lehm“, abwertend auch „Dreck, Unrat, Schmutz“ bedeutete.

Die Annahme, dass es sich bei Hormann usw. um einen Wohnstättennamen handelt, hat daher eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit: Der erste Namensträger hatte seinen Wohnsitz in der Nähe einer moorigen, sumpfigen oder lehmigen Stelle, die als „Hor“ oder „Hore“ bezeichnet wurde. Hormann ist gebildet wie Lachmann/Lakemann (zu Lache/Lake „Pfuhl, Tümpel; sumpfige Wiese“) oder Suhlmann/Suelmann (zu Sule „schlammige, moorige Stelle; morastiges Gewässer“).

Nur wenige wirklich alte Belege des Namens sind zu finden: 1368 „Hoiremans“ (Turnhout/Belgien), 1396 „Claws Hoerman“ (Calbe), 1418 „Arnotte Hormane“ (Lüttich/Belgien), 1498 „de Hoermansche“ (Westbevern).

Die Seltenheit historischer Belege kann durch den Zufall bedingt sein, kann aber auch als Indiz dafür gesehen werden, dass die heutige Namensform Hormann aus einem anderen Namen abgeschliffen wurde. Kandidaten hierfür sind die Familiennamen Horn(e)mann, in den Niederlanden Hornman und Ho(o)rneman (Wohnstättennamen „Wohnsitz an der Flur namens Horn“ und Herkunftsnamen zu den Orten Horn/Hoorn). Für Hannover ist eine entsprechende Abwandlung bezeugt: die Hannoveraner Bürger „Heinrich“ und „Johan Horneman“ sind 1689 auch als „Heinrich“ und „Johann Horrman“ belegt.

Der Rufname Hermann wurde im plattdeutschen Gebiet mit Wandel von -er- zu -ar- zwar häufig zu Harman, Harmen, aber eine Weiterentwicklung von Harman(n) zu Horman(n) ist nicht nachzuweisen.


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