Zum Abschied auf den Weihnachtsmarkt Stadthallen-Chefin Gagliardi verlässt Osnabrück

Von Ulrike Schmidt

Tschüss  sagt Sandra Gagliardi. Foto: Jörn MartensTschüss sagt Sandra Gagliardi. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Der Kinderglühwein auf dem Weihnachtsmarkt mit der NOZ ist quasi Sandra Gagliardis letzte Amtshandlung: „Ich habe eben meine Schlüssel und alles andere abgegeben. Gleich setze ich mich in mein Auto und fahre nach Bochum.“

Noch steht sie unter dem Eindruck des Abschieds, den ihr die Kollegen am Vorabend bereitet haben. Herbert Grönemeyers Lied „Bochum“ hatten sie für die geborene Bochumerin umgetextet und gesungen. Jetzt hat sie die Schlüssel abgegeben und auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt tief durchatmen müssen.

„Es ist eine Mischung aus Beklemmung und Befreiung“, schildert sie ihre Gefühle. Beklemmung, weil sie sich hier wohlgefühlt und viele neue Freunde gefunden habe. Befreiung, weil sie sich darauf freut, wieder in ihre Geburtsstadt zurückzukehren, wo die Eltern und ihre Schwester sind und wo sie bis auf die fünfjährige Zeit in Osnabrück immer selbst gelebt hat. „Zurück in die Heimat“, sagt Sandra Gagliardi.

„Aber ich bereue nicht, dass ich nach Osnabrück gekommen bin.“ Die Stadthallensanierung sei zwar eine anstrengende Zeit gewesen, die Neueröffnung dafür das schönste Erlebnis ihrer Amtszeit. Viele kritische Stimmen habe es vorher gegeben. Als dann das Baugerüst gefallen war, sei nicht nur ihr der Anblick des gläsernen Foyers ans Herz gegangen: „So toll hatte ich mir das nicht vorgestellt.“

In weniger guter Erinnerung bleibt Gagliardi dagegen die Diskussion um die Umbenennung der Osnabrück-Halle. Sie könne mit konstruktiver Kritik umgehen, und auch damit, dass ihr Namensvorschlag „Frieda“ für die Osnabrück-Halle nicht gut angekommen sei. Die „vorschnellen Beurteilungen, unqualifizierten Äußerungen bis hin zu persönlichen Beleidigungen“ hätten sie aber doch getroffen.

Das Kongresshotel neben der Osnabrück-Halle, für das sie sich immer starkgemacht hat, wird in Betrieb gehen, wenn sie schon lange nicht mehr in Osnabrück ist. „Zur Eröffnung komme ich aber nach Osnabrück“, lacht Gagliardi. Auch Treffen mit den Osnabrücker Freunden sind schon vereinbart.

Sie gehe auch mit dem guten Gefühl, einen „sehr, sehr guten Nachfolger“ zu bekommen. Eine neue Stellung in Bochum hat sie auch schon, „aber nicht mehr im Veranstaltungsmanagement“. Der neue Job habe etwas regelmäßigere Arbeitszeiten. „In diesem Jahr feiere ich das erste Mal seit zwölf Jahren privat Silvester“, sagt Sandra Gagliardi mit strahlendem Lächeln: „Darauf freue ich mich schon.“